12/31/2014

The Lincoln Lawyer, Brad Furman

Hier. Da wurde mehr erwartet. Der angegaunerte Verteidiger in strahlender Rüstung wird selbst vergaunert und gaunert zurück. Der Gerichtssaal ist die tollste Bühne überhaupt, das wusste schon Matlock. Aber hier geht es letztlich nicht um gerontophile Gerechtigkeit sondern um die Wahrheitsproduktion, und freilich ist die in diesen modernen Zeiten immer fraglich.

Scarface, Brian De Palma

Hier. Klassisch ist hier alles: Wanne, Zigarre, finale Feuerwaffe. Weshalb gibt es soviel Merchandize von so einem alten Produkt? Ist da tatsächlich ein unsterblicher soziokultureller Zeitgeist drin? Kann man den heutzutage neu entfachen? Das bleibt fraglich. Mit den fortschreitenden Szenen kommt der Untergang immer näher, aber man weiss nicht wen außer dem Helden es mit hinunter zieht.

12/29/2014

Honig im Kopf, Til Schweiger

Hier. Machen wir eben mal einen Familienfilm. Das zieht. Bloss keine Experimente. Aber sei's drum: fast schon beängstigend unulkig ist Herr Hallervorden, der verhindert dass Demenz als Pointengarantie verunglimpft wird. Freilich gibt es hier kübelweise Schmalz, aber die teilweise fast schon debilen Dialoge der nicht-Dementen sorgen für Skepsis, aber eben auch Interesse.

12/26/2014

WALL·E, Andrew Stanton

Hier. Sehr feines Ding mit freilich charmantem Protagonisten und sanft kritischer Botschaft bezüglich Robotern, Arbeit und Anstrengung überhaupt. Zum Glück bleibt das Öko-Gesumse bei einem Minimum.


Annihilation, Jeff VanderMeer

Hier. Die Assoziation adelt den Autoren freilich: Poes Pym kommt in den Sinn. Auch dort geht es um unentdecktes Gebiet, seltsame Umstände und eine Hauptperson, der man nach und nach immer skeptischer entgegensteht. Dumpf kann man freilich auch Lost als Einfluss nennen. Wald, Bunker, Bauten, seltsame Umstände. Insgesamt aber ein schönes Ding, das bis zur letzten Seite verunsichert aber auch die Neugierde halten kann.

The Raid, Gareth Evans

Hier. Ein herrlicher Aktionsfilm mit brachialem Körpereinsatz. Die Choreographie lässt zucken und seufzen - freilich ist die Geschichte Nebensache. Hier ist das Haus, es gibt ein Innen, es gibt ein Außen: der Flur ist eng und alle müssen durch. Physik gegen Physik. Oldboy kommt in den Sinn: mit dem Hammer gegen die Scharen. Doch was dort episch und opernhaft daherkommt wird hier präzise und sehr schnell ausgeführt.

Child 44, Tom Rob Smith

Hier. So unterhält man mit Text. Stalinrussland ist wundervolles grausames Mordor und keiner traut irgendwem und jeder hat noch eine Rechnung offen. Der Autor hält die Spannung nicht durch feine Charakterstudien oder Zeitgeistdiskussionen, nein hier geht es direkt zur Sache. Sehr fein ist das Nachwort, in dem der Autor eben diese Absicht erläutert. Richtig so. Tolstoi passt nicht gut in den ICE.

12/21/2014

Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere, Peter Jackson

Hier. Jacksonfilm make fight long time, long-long. Wie erwartet wunderbare Dynamiken und Bewegtbilder und erfrischenderweise ein Zwergenfürst der direkt aus dem Warhammer-Universum importiert wurde. Wann kommt da eigentlich ein Film? Was Warcraft kann, könnte das schon lange...

Ist das Ende schnulzig? Diese Kategorie zählt bei den jetzt sechs Tolkienographien nicht. Jacksonfilm make end long time, long-long.

Alle drei Vehikel wurden im gleichen Kino geschaut, fast auf den gleichen Sitzen. Das könnte jetzt so weiter gehen. Besser als ein jährliches Erbrechen von Glühwein ist das allemal.

12/20/2014

Ghostbusters, Ivan Reitman

Hier. "Bist du der Schlüsselmeister?" Klassisch und rund und als Kernprodukt fast schon seltsam, wenn man den merchandise-Tross bedenkt, der auf dieses Vehikel folgte.

Flutsch und Weg, David Bowers, Sam Fell

Hier. Warum unterhält der Film nur und begeistert nicht nachhaltig? Weil es um Kanalisation geht. Pupu. Baba. Igitt. Pixel hin, Pixel her, die Kloake ist schmutzig und lustige Frösche können dieses Wissen auch nur zeitweise aushebeln.

12/19/2014

Batman: The Dark Knight Returns Part Two, Jay Oliva

Hier. Und der zweite gleich hinterher, jetzt also das Duell bzw. der Kontrast mit Clark. Hoffentlich bekommt der anstehende Blockbuster eine ähnliche Dynamik zwischen den gegensätzlichen Protagonisten hin.

Wunderbar wieder Reagan: ab wann darf man das? Ab wann weiss man, dass eine solche Sicht auf Präsidentschaften legitim ist? Ist Bush da schon drüber hinaus?

12/15/2014

Machine Gun Preacher, Marc Forster

Hier. Eine echte Geschichte als Vorgabe und Gerard Butler als Aufklärer, Darsteller und Epizentrum des Moralgewitters. Die echte Figur ist trotz Fürsorglichkeit und Einsatz recht unsympathisch und zum Glück wird hier nicht versucht, die komplette Läuterung zu beschreiben. So etwas gibt es eh nicht. Aber wenn zum Abspann die echten Menschen auftauchen und Raum bekommen fragt man sich, wie Afrika aus der Opferrolle jemals entkommen kann. Vielleicht liegt es an der Fetischisierung des Humanismus, der solche Tragödien braucht um ab und zu Buße zu tun und um das dann auf keinen Fall "Unterhaltung" zu nennen.

RoboCop, José Padilha

Hier. Oje. Muss das wirklich sein? Warum muss das sein? Als in den 1980ern der body horror salonfähig wurde hat RoboCop viel Platz eingenommen. Als cartoon lebte er dann Samstagmorgens weiter. Warum kommt er jetzt wieder?

Die Optik ist natürlich schön. Das Ende des Leibes, die Notwendigkeit eines Gesichts über allem: fein blasen sich die verwaisten Lungenflügel in ihrem Aquarium auf.

Bee Movie, Steve Hickner, Simon J. Smith

Hier. Dafür dass hier Seinfeld dabei war und das überall auch beworben wurde kommt BM relativ konservativ daher. Experimentell und frisch geht anders. Unterhaltsam ist das freilich alles, auch wenn man am Schluss zuviel Gelb in zu vielen Schattierungen sieht.

Jaja, der Honig. Zuckriges Zeug. Nachfrage und Angebot. Es wird ein wenig klaustrophobisch: die Wabenwände kommen immer näher. Kein Wunder dass hier geflogen wird, nicht nur weil dort die Wände fehlen.