
Hicks ist einer dieser ekelhaft mutigen Menschen. Wie schon bei der Biographie von Steve Martin beobachtet gibt es anscheinend Kinder, die den Traum von der individuellsten aller Bühnenarbeiten haben und den auch nicht aufgeben. Sapperlot. Die Dokumentation beschreibt einen Menschen, der an allen Enden brennt und der mit Hingabe von Texas nach LA und dann nach NYC rast, um dann viel zu früh zu sterben.
Es ist eine Dokumentation und keine Komödie. Freilich ist es lustig. Aber noch eher geht es um die Art und Weise der Lustigkeit, die mit diesem Menschen verbunden ist. Ist das noch lustig? Vielleicht ist Hicks der Erfinder der inconvenient truth, er beschreibt den ganzen menschlichen Alptraum ohne Geiseln zu nehmen. Denken macht traurig, sagt man. Wer Hicks zuhört, könnte ohne ein Lächeln nach Hause gehen, aber doch mit einem latent guten Gefühl, irgendwo.
Der Film lebt von den vielen Fotos, die ein Nordamerikaner jener Generation wahrscheinlich erzwungenermaßen von sich hat. Das bringt ein bündiges, moderatorenfreies Seherlebnis und hat sogar einen zeitgeisty Beigeschmack. Herr Hicks hatte noch so viel vor. In ein bis zwei Jahrzehnten hätte man die ollen Bilder nicht mehr gebraucht, da gäb es 96 Blu-rays voller frenetischem Beifall.
Die nächste Doku auf der Liste: Conan O'Brien Can't Stop. Ob die sich verstanden hätten?