Whoa, "Action-Komödie" - was für eine Drohung. Zum Konsum überhaupt überredete dann Steve Carell, weil er bei der 40jährigen Jungfrau so überzeugte. Insgesamt kann von Reue keine Rede sein.
Der ganze Agentenquatsch ist freilich sehr leicht zu persiflieren. Get Smart schafft dies, muss dafür aber nicht gelobt werden. Was erfreut, sind die Dialoge, die nicht auf Pointen aufbauen sondern die drollige Schädeligkeit der Charaktere herausstellen. Höhepunkte sind die Probleme mit der Mini-Armbrust im Flugzeug und die Bemerkung bezüglich einer auf Fäkalien surfenden Ratte. Humor wächst mit seinen Aufgaben. Und der Mini-Auftritt von Bill Murray tut da freilich sein übriges. Glück gehabt, Mr. Segal.
7/27/2008
7/21/2008
Slither, James Gunn
Tentakel herrschen. Das tun sie seit je her, doch nur in diesem Film wird dem Tentakel an sich endlich ordentlich gehuldigt.
Freilich gehts um extraterristrischen Schleim und Infektion und den allgemeinen und den speziellen Hunger auf Fleisch. Ganz toll die fetten Amerikanerinnen: die eine explodiert, die andere singt Karaoke. Eine Schau sondergleichen. Nach dem Konsum von Slither fühlt man sich besser, wenn auch nicht hungriger. So soll es sein.
Ein hinreißender Film ist das, mit spürbarer Spielfreude dargeboten und professional arrangiert. James Gunns Buch vom Spielzeugsammler wurde bereits konsumiert und der Herr scheint ein wunderbarer Kulturschaffender zu sein.
Freilich gehts um extraterristrischen Schleim und Infektion und den allgemeinen und den speziellen Hunger auf Fleisch. Ganz toll die fetten Amerikanerinnen: die eine explodiert, die andere singt Karaoke. Eine Schau sondergleichen. Nach dem Konsum von Slither fühlt man sich besser, wenn auch nicht hungriger. So soll es sein.
Ein hinreißender Film ist das, mit spürbarer Spielfreude dargeboten und professional arrangiert. James Gunns Buch vom Spielzeugsammler wurde bereits konsumiert und der Herr scheint ein wunderbarer Kulturschaffender zu sein.
Crank, Mark Neveldine & Brian Taylor
Hell yes, wie direkt. Endlich hat sich mal jemand sinnvoll dem Muster und dem Vermächtnis von Computerspielen angenommen: Ego-Shooter sind eben doch nicht nur Krücken zum besseren Erleben eines Actionfilms, sondern etwas eigenes. Dabei ist Crank keineswegs die Umsetzung eines Spiel-Franchise: dieser Film hat die Prinzipien des hektischen Zockens verstanden und sie ohne parentale Ironie umgesetzt Gemeinsamer Nenner ist "Noir auf Amphetaminen", vielleicht.
Wir haben doch keine Zeit. Bei diversen Spielen wendet sich die zu steuernde Figur bei Untätigkeit gern mal fragend an den Verantwortlichen: Stillstand ist nicht der Sinn. Hat Mario das nicht gemacht? Sonic? Rick Dangerous? Bei Egoshootern wurde dann immer nervös die Waffe gecheckt. War das nicht so?
Statham kann für die uneitle (weil herrlich dumpfe) Rolle durchaus gelobt werden. Und weil es so schön war: das Sequel lauert bereits.
Wir haben doch keine Zeit. Bei diversen Spielen wendet sich die zu steuernde Figur bei Untätigkeit gern mal fragend an den Verantwortlichen: Stillstand ist nicht der Sinn. Hat Mario das nicht gemacht? Sonic? Rick Dangerous? Bei Egoshootern wurde dann immer nervös die Waffe gecheckt. War das nicht so?
Statham kann für die uneitle (weil herrlich dumpfe) Rolle durchaus gelobt werden. Und weil es so schön war: das Sequel lauert bereits.
Duell, Stephen Spielberg
Das Debüt von Herrn S. wirkt gar nicht wie eins. Sehr mutig ließ sich der junge Regisseur auf eine archaisch-simple Geschichte ein und unterließ angekünsteltes Gefrickel.
Warum ist das Duell auf der Landstraße so gruselig? Weil solche Selbstverständlichkeiten wie Verkehrsregeln und das Miteinander der Reisenden als zerbrechliche Riten enttarnt werden - und weil der Fahrer des monströsen Trucks bis zum Schluss anonym bleibt. Die Straße ist die letzte große Grenze, scheint es: in diesem Grenzgebiet muss aufgerüstet werden (und wird des auch). Heil dem Wagen.
Warum ist das Duell auf der Landstraße so gruselig? Weil solche Selbstverständlichkeiten wie Verkehrsregeln und das Miteinander der Reisenden als zerbrechliche Riten enttarnt werden - und weil der Fahrer des monströsen Trucks bis zum Schluss anonym bleibt. Die Straße ist die letzte große Grenze, scheint es: in diesem Grenzgebiet muss aufgerüstet werden (und wird des auch). Heil dem Wagen.
7/18/2008
Snuff, Chuck Palahniuk
Endlich Gang-Bang. Ein berüchtigter amerikanischer Autor nimmt sich einer der plakativsten Begrifflichkeiten der Konsumkultur an und schreibt fixe 200 Seiten dazu. Freilich ist das ganze kein Porno: es ist ein Roman, bei dem es unter anderem um Pornographie und die sie bedienende Industrie geht. Das ist nicht das gleiche.
Cassie Wright, ihres Zeichens der Star von Werken wie World Whore One und Two, will sich mit einer finalen Ultra-Orgie ein Denkmal setzen. Die Geschichte wird von drei Männern erzählt, die neben 597 anderen Herren darauf waren, durch schnelle Penetration Nähe und Ruhm zu erleben. Außerdem kommt Cassies Assistentin zu Wort, die mit Latexhandschuhen und Klemmbrett die Abfertigung der Massen koordiniert. Sehr schnell laufen die Handlungsstränge zusammen und in einem kleinen Zeitfenster entscheidet und enthüllt sich einiges (noch mehr). Der Gang-Bang endet erwartungsgemäß im Big Bang, aber anders.
Es muss bemerkt werden, dass Doubleday Publishing das Marketing ernst nimmt und ein Exklusiv-Interview von Cassie durch Chuck online stellte. Sie sieht besser aus als ausgedacht. Hier ist der erste von drei Teilen:
Und hier der Link.
Insgesamt passt das Werk vortrefflich in das bisher vorhandene beachtliche Gesamtwerk von Mr. Palahniuk. Das Elternmotiv erinnert an Rant, die befremdlichen Körperwelten an Invisible Monsters. Neu ist die rigorose Anwendung der Maximen des Kammerspiels: die Welt wird zum Wartezimmer, zum Wegpunkt für diverse Biographien.
Mehr, mehr, mehr. Go, Chuck, go!
7/14/2008
The Exorcist, William Friedkin
Da ist der Priester, dessen eigene herbe Lebensführung seine Mutter in Mitleidenschaft zieht. Er kann ihr nicht die gewünschte Fürsorge angedeihen lassen. Und freilich ist da das mittlerweile popkulturell ikonisierte besessene Mädchen, das nicht nur alle Artigkeit sondern auch alle Kindlichkeit verliert. Ein großes Grauen ist die Vorstellung, daheim einen bettlägerigen geliebten älteren Menschen zu haben - fast noch schlimmer ist der Gedanke an ein krankes Kind. Das ist ein zerberstender Traum der Zukunft, der die blanke Existenz des Hauses und dessen Wirtschaft ad absurdum führt. Das besessene Balg hier kotzt nicht nur auf Talare, sondern auch auf Teppiche und die teuren Wände, die es eigentlich vor dem kalten Wind schützen sollten.
Vorm Teufel selbst kann man ja schwerlich Angst haben. Doch es sind die potentiellen Schmerzen der Familie, die hier schocken. Niemandes Mutter lutscht Schwänze in der Hölle! Und wenn, dann will das keiner gesagt bekommen. Die Hölle, das sind die Anderen, vor allem zu Hause.
The Incredible Hulk, Louis Leterrier
Hulk smash!
Aus nicht nachvollziehbaren Gründen gibt es eine ab12-Version und eine ab16-Version des Produkts. Erstere soll Gerüchten zufolge mit sinnfreien Schnitten verstören.
Somit muss an dieser Stelle gesagt werden: Hulk ist freilich eine Comic-Verfilmung und kein ange-schocker-tes Kunstkino, Version-ierung hin oder her. Als Sinnbild der hypermaskulinen Sci-Fi-Physis steht dieser Marvel-Held hier endlich einem ebenbürtigem Gegner gegenüber, dem Traditionsfeind Abomination. Leterrier befreit das Ganze aus dem Hintergrund des Kalten Krieges. Alle Beteiligten können *Comic* buchstabieren und tun, was sie sollen.
Dramaturgisch spielen auch die Nicht-Kinokonsumenten aus südamerikanischen Favelas eine Rolle: über deren Behausungen können normale (konsumierende) Menschen springen. Bruce entklettert den Schergen übers Wellblech. Nur in der harten Düsternis einer Fabrik wird er dann mean-green und in NYC braucht man sowieso eine solide Gamma-Verstrahlung, um sich den Weg durch die Urbanität zu bahnen.
Schöne Unterhaltung und nicht zu leise (Ang Lees Hulk litt unter schlechtem Marketing und unangebrachter Poesie). Aber Iron Man erfreute noch ein wenig mehr. Und, ja, Mr. Stark hat einen kleinen Auftritt in diesem Film. Alles deutet daraufhin, daß demnächst die Avengers den Weg ins Kino finden. Aber zuvor bräuchte man noch einen einführenden Film von Thor (der wahre MC Hammer) und, ähem, Captain *Unverkaufbar-in-Europa* America. Weiterer Sequel/Forsetzungsabsicht-Verdacht: Sam Sterns wurde ange-gamma-t, er wird also bald zum Leader. Wer einen Leader hat, braucht auch einen Captain, oder?
Aus nicht nachvollziehbaren Gründen gibt es eine ab12-Version und eine ab16-Version des Produkts. Erstere soll Gerüchten zufolge mit sinnfreien Schnitten verstören.
Somit muss an dieser Stelle gesagt werden: Hulk ist freilich eine Comic-Verfilmung und kein ange-schocker-tes Kunstkino, Version-ierung hin oder her. Als Sinnbild der hypermaskulinen Sci-Fi-Physis steht dieser Marvel-Held hier endlich einem ebenbürtigem Gegner gegenüber, dem Traditionsfeind Abomination. Leterrier befreit das Ganze aus dem Hintergrund des Kalten Krieges. Alle Beteiligten können *Comic* buchstabieren und tun, was sie sollen.
Dramaturgisch spielen auch die Nicht-Kinokonsumenten aus südamerikanischen Favelas eine Rolle: über deren Behausungen können normale (konsumierende) Menschen springen. Bruce entklettert den Schergen übers Wellblech. Nur in der harten Düsternis einer Fabrik wird er dann mean-green und in NYC braucht man sowieso eine solide Gamma-Verstrahlung, um sich den Weg durch die Urbanität zu bahnen.
Schöne Unterhaltung und nicht zu leise (Ang Lees Hulk litt unter schlechtem Marketing und unangebrachter Poesie). Aber Iron Man erfreute noch ein wenig mehr. Und, ja, Mr. Stark hat einen kleinen Auftritt in diesem Film. Alles deutet daraufhin, daß demnächst die Avengers den Weg ins Kino finden. Aber zuvor bräuchte man noch einen einführenden Film von Thor (der wahre MC Hammer) und, ähem, Captain *Unverkaufbar-in-Europa* America. Weiterer Sequel/Forsetzungsabsicht-Verdacht: Sam Sterns wurde ange-gamma-t, er wird also bald zum Leader. Wer einen Leader hat, braucht auch einen Captain, oder?
7/13/2008
Only Revolutions, Mark Danielewski
Die Straße, der Weg, steter Aufbruch und endlose Ankünfte. Verhaltenes Echo.
Natürlich klingeln noch die Augen und der Abgrund dahinter wenn man sich Only Revolutions vornimmt, da Danielewski doch so arg mit dem House of Leaves beeindruckte. Klarer Fall von Erwartungszermalmung. Mit McCarthys Über-Straße hat das Ganze freilich wenig zu tun.
Eine Geschichte gibt es durchaus: Hailey und Sam lieben sich, sie sind jung und sie reisen durch die USA. Sie treffen Freunde und Feinde und trickstern und hetzen sich durch diverse Nöte.
Allein optisch scheint OR ein Schritt im Sinne vom House zu sein, aber auch ein Neuanfang: statt dem ominösen Kern in der Mitte geht es nun um die Bewegung in die Ferne, Bewegung in Zeit und Raum quer über den (amerikanischen oder einen imaginären) Kontinent. Wieder benutzt Danielewski das Layout mit, wobei die Aufteilung der Seiten deutlich stringenter ist als bei HoL. Es gibt bei dem Buch (wie bei einer epischen Reise) kein übergeordnetes Ende nach schmalem Anfang: von der einen Seite kann Haileys, von der anderen Sams Geschichte gelesen werden. Zusätzlich läuft eine Zeitleiste (-liste) der Geschichte der USA neben den in Versen vorgetragenen Erzählungen von Hailey und Sam her.
Das Schlagwort ist Geschichte an sich, der Umgang mit Zeit und Ort. Sam und Hailey preschen kometenhaft voran und nur teils zueinander. Die Geschichte eines Kontinents bildet dabei nur einen Horizont, der den Standpunkt beschreibt. Interessant wird es freilich, wenn die Vektoren sich schneiden und einzelne Koordinaten unterschiedliche Wertigkeiten erlangen.
Die Idee von OR beeindruckt leider mehr als der tatsächliche Konsum des Produkts. Vielleicht fesselt OR weniger als HoL da hier nicht im Sinne von Trent Reznor sondern mit Bob Dylan eine weniger düstere Tonart getroffen wurde (aber nichts gegen Bob, nein, nie). Es geht um Ichs, die Anderen und den Fahrtwind. Das Spektakel fehlt bzw. es ist ein anderes. Es wird vermutet, daß OR mit sehr viel mehr Begeisterung aufgenommen worden wäre wenn denn die Reise ins HoL erst danach angestanden hätte. Aber man kann ja die Zeit nicht zurückdrehen. Hätte, hätte, hätte. Der verlassene Raum existiert beim Wieder-Betreten nicht mehr.
Ganz schön viel Text trotz mittelmäßiger Begeisterung. Spontan-Assoziation: es muss gesagt werden, dass Rammstein sich dieser Poesie (die eh schon im maritimen Jargon vorhanden war) auch schon bedienten und ein Lied bauten: "Reise, Reise, Seemann, Reise / Jeder tut's auf seine Weise". Dem pflichtet OR bestimmt bei. Herr Danielewski möge trotzdem weiterhin so gescheite Bücher schreiben.
Natürlich klingeln noch die Augen und der Abgrund dahinter wenn man sich Only Revolutions vornimmt, da Danielewski doch so arg mit dem House of Leaves beeindruckte. Klarer Fall von Erwartungszermalmung. Mit McCarthys Über-Straße hat das Ganze freilich wenig zu tun.
Eine Geschichte gibt es durchaus: Hailey und Sam lieben sich, sie sind jung und sie reisen durch die USA. Sie treffen Freunde und Feinde und trickstern und hetzen sich durch diverse Nöte.
Allein optisch scheint OR ein Schritt im Sinne vom House zu sein, aber auch ein Neuanfang: statt dem ominösen Kern in der Mitte geht es nun um die Bewegung in die Ferne, Bewegung in Zeit und Raum quer über den (amerikanischen oder einen imaginären) Kontinent. Wieder benutzt Danielewski das Layout mit, wobei die Aufteilung der Seiten deutlich stringenter ist als bei HoL. Es gibt bei dem Buch (wie bei einer epischen Reise) kein übergeordnetes Ende nach schmalem Anfang: von der einen Seite kann Haileys, von der anderen Sams Geschichte gelesen werden. Zusätzlich läuft eine Zeitleiste (-liste) der Geschichte der USA neben den in Versen vorgetragenen Erzählungen von Hailey und Sam her.
Das Schlagwort ist Geschichte an sich, der Umgang mit Zeit und Ort. Sam und Hailey preschen kometenhaft voran und nur teils zueinander. Die Geschichte eines Kontinents bildet dabei nur einen Horizont, der den Standpunkt beschreibt. Interessant wird es freilich, wenn die Vektoren sich schneiden und einzelne Koordinaten unterschiedliche Wertigkeiten erlangen.
Die Idee von OR beeindruckt leider mehr als der tatsächliche Konsum des Produkts. Vielleicht fesselt OR weniger als HoL da hier nicht im Sinne von Trent Reznor sondern mit Bob Dylan eine weniger düstere Tonart getroffen wurde (aber nichts gegen Bob, nein, nie). Es geht um Ichs, die Anderen und den Fahrtwind. Das Spektakel fehlt bzw. es ist ein anderes. Es wird vermutet, daß OR mit sehr viel mehr Begeisterung aufgenommen worden wäre wenn denn die Reise ins HoL erst danach angestanden hätte. Aber man kann ja die Zeit nicht zurückdrehen. Hätte, hätte, hätte. Der verlassene Raum existiert beim Wieder-Betreten nicht mehr.
Ganz schön viel Text trotz mittelmäßiger Begeisterung. Spontan-Assoziation: es muss gesagt werden, dass Rammstein sich dieser Poesie (die eh schon im maritimen Jargon vorhanden war) auch schon bedienten und ein Lied bauten: "Reise, Reise, Seemann, Reise / Jeder tut's auf seine Weise". Dem pflichtet OR bestimmt bei. Herr Danielewski möge trotzdem weiterhin so gescheite Bücher schreiben.
7/11/2008
Nekrophilie ist in Wisconsin illegal
Ausgraben und anfassen ist im Mittleren Westen ein komplexes Thema. Drei junge Männer haben nun endlich eine klarere Rechtsprechung verursacht.
"The law in Wisconsin had been murky, and two dissenting justices insisted Wednesday that lawmakers did not mean to ban necrophilia but to allow assault charges when someone was raped and then killed."
Von Vergewaltigung kann tatsächlich nicht die Rede sein. Die Zwillinge und ihr Kumpan dachten sogar an Selbstschutz:
"Armed with shovels, a crowbar and a box of condoms, the men went to a cemetery in Cassville in southwestern Wisconsin in 2006 to remove the body of a 20-year-old woman killed the week before in a motorcycle crash, police said."
Das kann alles hier nachgelesen werden. Danke, FoxNews.com. Danke, Rotten.com, wo die Nachricht überhaupt erst wahrgenommen wurde.
"The law in Wisconsin had been murky, and two dissenting justices insisted Wednesday that lawmakers did not mean to ban necrophilia but to allow assault charges when someone was raped and then killed."
Von Vergewaltigung kann tatsächlich nicht die Rede sein. Die Zwillinge und ihr Kumpan dachten sogar an Selbstschutz:
"Armed with shovels, a crowbar and a box of condoms, the men went to a cemetery in Cassville in southwestern Wisconsin in 2006 to remove the body of a 20-year-old woman killed the week before in a motorcycle crash, police said."
Das kann alles hier nachgelesen werden. Danke, FoxNews.com. Danke, Rotten.com, wo die Nachricht überhaupt erst wahrgenommen wurde.
7/10/2008
Hancock, Peter Berg
Der Film hat zwei Teile. Zunächst stolpert der depressive Anti-Superheld umher, läutert sich und erfreut den Zuschauer. Dann wird die gezeigte Welt komplizierter: Hancock ist eben doch nicht allein und die Normalsterblichen sind noch nichtiger als zunächst angenommen. Erst also Hallodri-Kino, dann Popcorn-Erhabenheit.
Unterhaltsam ist das Produkt in jeder Minute. Erfreulicherweise wurden die Konventionen des Genres erkannt, genutzt, aber nicht persifliert. So ist es sehr schön, wenn am Ende die Eckpfeiler des amerikanischen Universums (LA und sein Gegenpol NYC) bestätigt werden.
Hancock verleitet zu der Annahme, dass Superheldenfilme die Western der 00er Jahre sind. Das Grundmotiv wird breitgetreten und beliebig variiert. Somit steht fest: Smith wird einmal Präsident. Doch. Er hat nämlich nicht nur im seltsamen Wild Wild West seine Cowboy-Pflicht erfüllt sondern trägt das Spandex auch wie es sein sollte.
Unterhaltsam ist das Produkt in jeder Minute. Erfreulicherweise wurden die Konventionen des Genres erkannt, genutzt, aber nicht persifliert. So ist es sehr schön, wenn am Ende die Eckpfeiler des amerikanischen Universums (LA und sein Gegenpol NYC) bestätigt werden.
Hancock verleitet zu der Annahme, dass Superheldenfilme die Western der 00er Jahre sind. Das Grundmotiv wird breitgetreten und beliebig variiert. Somit steht fest: Smith wird einmal Präsident. Doch. Er hat nämlich nicht nur im seltsamen Wild Wild West seine Cowboy-Pflicht erfüllt sondern trägt das Spandex auch wie es sein sollte.
Der Schneemann, Jörg Fauser
Fauser ist gemein. Sein Deutschland ist hier krümelig, zerfasert, und wahrlich dreckige Gestalten driften durch nicht minder dreckige Landschaften. Der Protagonist Blum hangelt sich umher und muss letztlich seine Chance vertun. Fauser schildert ein Scheitern ohne mit irgendeiner Katharsis zu entlohnen. Warum er genau deswegen so bemerkenswert ist, wird anhand des Nachworts von Feridun Zaimoglu deutlich.
Seltsam im Gedächtnis bleiben die spanischen Stiefeletten: ein denkbar unpassendes Schuhwerk für fast alles, was Blum versucht.
Der Schneemann ist ein Krimi für ein Land, dass allein den Tatort als heilige Kuh der Unterhaltung kennt oder kennen will. Es soll eine Verfilmung geben - aus dem finsteren Jahr 1984, mit Herrn Westernhagen als Blum. Schon die Vorstellung beunruhigt. Andere Autoren sind auch gemein, aber keiner ist wie Fauser.
Seltsam im Gedächtnis bleiben die spanischen Stiefeletten: ein denkbar unpassendes Schuhwerk für fast alles, was Blum versucht.
Der Schneemann ist ein Krimi für ein Land, dass allein den Tatort als heilige Kuh der Unterhaltung kennt oder kennen will. Es soll eine Verfilmung geben - aus dem finsteren Jahr 1984, mit Herrn Westernhagen als Blum. Schon die Vorstellung beunruhigt. Andere Autoren sind auch gemein, aber keiner ist wie Fauser.
7/07/2008
Terminator 3, Jonathan Mostow
Alle Macht den Maschinen, schon wieder.
Mostow hatte die undankbare Aufgabe, einer eigentlich abgeschlossenen Filmreihe (die zugegebenermaßen nur aus zwei Teilen besteht) einen weiteren Teil hinzuzufügen. Nötig war und ist Terminator 3 für die weitere Nutzung des Franchise, welches mittlerweile auch im TV stattfindet. Der in den ersten beiden Teilen stetig angesprochene Jüngste Tag musste endlich stattfinden - und wo kann ein solches Ereignis besser dramatisiert werden als im Kino?
Es ist allerdings schade, dass das Drehbuch-Team keinen kreativeren Einfall hatte, als das Hardware-Duell des zweiten Teils zu wiederholen. Sei's drum: mit dem akzeptablen, aber nicht berauschenden T3 ist der Weg bereitet für T4-6. Die finden dann ohne Gouverneure statt und können ihre eigene Aura entwickeln (oder auch nicht). Stillstand ist der Tod.
Mostow hatte die undankbare Aufgabe, einer eigentlich abgeschlossenen Filmreihe (die zugegebenermaßen nur aus zwei Teilen besteht) einen weiteren Teil hinzuzufügen. Nötig war und ist Terminator 3 für die weitere Nutzung des Franchise, welches mittlerweile auch im TV stattfindet. Der in den ersten beiden Teilen stetig angesprochene Jüngste Tag musste endlich stattfinden - und wo kann ein solches Ereignis besser dramatisiert werden als im Kino?
Es ist allerdings schade, dass das Drehbuch-Team keinen kreativeren Einfall hatte, als das Hardware-Duell des zweiten Teils zu wiederholen. Sei's drum: mit dem akzeptablen, aber nicht berauschenden T3 ist der Weg bereitet für T4-6. Die finden dann ohne Gouverneure statt und können ihre eigene Aura entwickeln (oder auch nicht). Stillstand ist der Tod.
Transformers, Michael Bay
Herrliche Farben. Es glänzt, scheint und schillert. Kerosin ist Ambrosia und die Giganten aus dem Weltall helfen den Fleischlingen, ihre Minderwertigkeit zu überwinden. Auch auf DVD unterhält Transformers und lässt einen hoffen, dass das angekündigte Sequel ebenso sowohl im Kino als auch Daheim gut funktioniert.
Bewegtes Metall überwindet auf auf jeden Fall Beton. Unterm Strich gehen viel mehr Gebäude kaputt als Maschinen. Alle Macht den Maschinen.
Bewegtes Metall überwindet auf auf jeden Fall Beton. Unterm Strich gehen viel mehr Gebäude kaputt als Maschinen. Alle Macht den Maschinen.
Raging Bull, Martin Scorsese
Karg und rauh und s/w kommt er daher, der Stier. Rocky (vier Jahre älter als RB) ist in Farbe. Rocky hat bessere Fleisch-Matsch-Effekte. Rocky ist zugänglicher. Vielleicht hat Scorcese genau das abgelehnt, diese Sympathie, die man dem ersten Rocky als Charakter und als Film entgegenbringen kann. RB zeigt den echten (zumindest biographisch überprüfbaren) Weg eines echten Boxers in einer echt harten Stadt, die sich eben durch krümeliges Monochrom in ihrer Kantigkeit präsentiert. Wieviel kann LaMotta, der Einstecker, einstecken und wer erleidet Kollateralschäden?
Ein paar Worte zur Körperlichkeit des Herrn de Niro: die Vorbereitung auf das letzte Drittel des Films muss enormen Spass gemacht haben. Diese Plautze! Zusammen mit der Nase entfremdet sie den Schauspieler ganz *gewalt*ig. Damals (1980) war das sicherlich neu und groß und hat maßgeblich zur Legendenbildung von de Niro und auch Scorcese beigetragen. Das Neue Hollywood tanzt keine Walzer. Schon bei Taxi Driver haben sie ja diese tolle Frisur gewagt (und noch einiges mehr, und Raging Bull wird wohl nie so wichtig sein wie Taxi Driver).
Bing-Bing, die Bronx im Nacken: RB ist ein unbequemer Klassiker. Rocky ist aber auch wichtig, der spielt allerdings in Philadelphia.
Ein paar Worte zur Körperlichkeit des Herrn de Niro: die Vorbereitung auf das letzte Drittel des Films muss enormen Spass gemacht haben. Diese Plautze! Zusammen mit der Nase entfremdet sie den Schauspieler ganz *gewalt*ig. Damals (1980) war das sicherlich neu und groß und hat maßgeblich zur Legendenbildung von de Niro und auch Scorcese beigetragen. Das Neue Hollywood tanzt keine Walzer. Schon bei Taxi Driver haben sie ja diese tolle Frisur gewagt (und noch einiges mehr, und Raging Bull wird wohl nie so wichtig sein wie Taxi Driver).
Bing-Bing, die Bronx im Nacken: RB ist ein unbequemer Klassiker. Rocky ist aber auch wichtig, der spielt allerdings in Philadelphia.
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