Hier. Wieder Grusel, wieder Pixel für Kinder. Etwas besser als das transsylvanische Hotel, da der Protagonist eine ordentliche und vollkommen gerechtfertigte Depression ausbrütet. Leicht absurd ist die Sexyness des Teenager-Paares. Wie geht das denn? *schäm*
Etwas unangenehm im Abgang ist die Vermenschlichung der Zombies. Die dürfen nicht reden - die waren nie echt. Zombies müssen wankende, grätschende Fangfleischfallen sein und mehr nicht. Keiner will ihre verdammten Gefühle mitbekommen.
3/26/2013
3/21/2013
Zombie Spaceship Wasteland, Patton Oswalt
Hier. Der wunderbare Herr Oswalt beweist, dass stand-up-comedy und geistvolle Reflektion einander nicht ausschließen. Hier bedingen sie sich sogar. In recht unangenehm-aber-reizenden (intimen) persönlichen Essays umreißt er ein Aufwachsen in der Nichtigkeit mit all dem Unterhaltungsgerümpel, dass so vielen anderen auch die Sicht versperrt, und noch viel mehr.
Das einzig underwhelmende an diesen Texten ist der Hang zum sehr, sehr speziellen: Herr O. lässt durchscheinen, dass er ein äußerst interessantes Leben bisher führte und einige recht verblüffende Betrachtungen formulieren kann. Vielleicht holt er in einer zweiten Monographie weiter aus?
Das einzig underwhelmende an diesen Texten ist der Hang zum sehr, sehr speziellen: Herr O. lässt durchscheinen, dass er ein äußerst interessantes Leben bisher führte und einige recht verblüffende Betrachtungen formulieren kann. Vielleicht holt er in einer zweiten Monographie weiter aus?
3/19/2013
Birthday Girl, Jez Butterworth
Hier. Schon wieder ein Kammerspiel mit Betonung auf "Kammer". Die tolle Frau Kidman ist eine russische Katalogbraut, die einen armen Briten erst ausnimmt und dann einnimmt. Die Gangsterposse ist sehr sanfte Unterhaltung und erhärtet den Verdacht, dass Russland ein Kosmos ohne Rückkehr ist, ein freudloser Ort der Missgunst und somit die schlechteste Version des populären Humanismus' hierzulande.
3/13/2013
Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben, John Moore
Hier. Das ist ein furchtbares Produkt mit einem eher lustlosen Herrn Willis, den man doch so mag und dem man immer verzeihen wird. Aber Die Hard 5 ist großer Quatsch. Kopie einer Imitation einer Hommage an die 1980er Unterhaltung - die der erste Teil der Reihe letztlich ja auch verursacht hat.
Naja. Wir hatten ja alle eine gute Zeit.
Naja. Wir hatten ja alle eine gute Zeit.
3/12/2013
The Ides of March, George Clooney
Hier. Herr Clooney ist ja so intellektuell und mischt sich als prominente Privatperson gern ein. Deshalb auch dieses kühl und effizient durcherzählte Rührstück amerikanischer Politik, welches kein Thriller ist, aber auch kein wirkliches Drama.
Ist das unterhaltsam? Durchaus, aber nur wegen Hoffman und Gosling. Die beiden verkörpern zwei Perspektiven auf eine eigentlich groteske Dimension einer einigermaßen erfolgreichen Zivilgesellschaft - beide erstarrt und abgebrüht, aber eben auf zwei verschiedene Arten. Der junge Held wird am Ende dann doch noch geläutert, das Land und seine Politiker bleiben natürlich ungerettet. Herr Clooney will hier keinen beruhigen, dass das mal klar ist.
Ist das unterhaltsam? Durchaus, aber nur wegen Hoffman und Gosling. Die beiden verkörpern zwei Perspektiven auf eine eigentlich groteske Dimension einer einigermaßen erfolgreichen Zivilgesellschaft - beide erstarrt und abgebrüht, aber eben auf zwei verschiedene Arten. Der junge Held wird am Ende dann doch noch geläutert, das Land und seine Politiker bleiben natürlich ungerettet. Herr Clooney will hier keinen beruhigen, dass das mal klar ist.
Tucker & Dale vs Evil, Eli Craig
Hier. Der neue Lieblingsfilm konnte selbiges werden, da dort blöde Teenager sehr lustig verletzt werden und zu Tode kommen.
Ein sehr erfolgreiches Genre wie der brutale Aktionsfilm erzwingt ja automatisch selbst seine humoristische Verarbeitung, aber bei diesem Film treffen Splatter und Slapstick der sehr alten Schule äußerst wohlig aufeinander. Die arg sympathischen Hinterwäldler finden ihren Platz inmitten all der Horrorklischees und wenden selbige schließlich auch noch an. Der Himmel ist ein Baumarkt. Ein Geräteschuppen ist das Elysium der angewandten Entkörperlichung.
Ein sehr erfolgreiches Genre wie der brutale Aktionsfilm erzwingt ja automatisch selbst seine humoristische Verarbeitung, aber bei diesem Film treffen Splatter und Slapstick der sehr alten Schule äußerst wohlig aufeinander. Die arg sympathischen Hinterwäldler finden ihren Platz inmitten all der Horrorklischees und wenden selbige schließlich auch noch an. Der Himmel ist ein Baumarkt. Ein Geräteschuppen ist das Elysium der angewandten Entkörperlichung.
3/08/2013
Erasure, Percival Everett
Hier. Der Literaturbetrieb als Fegefeuer der Eitelkeiten mit Betonung auf die sogenannte "Echtheit" der afro-amerikanischen Erfahrung. Der Held ist eigentlich Literat, doch nur mit einer kommerziellen anti-orthographischen Gangster-Posse kommt er zu Ruhm und Ehre und einem immer schwerer auf ihm lastenden Pseudonym.
Everetts Satire ist so schmerzhaft, da sie kaum bestreitbar ist. Freilich verkaufen sich Bücher gut, die Erwartungen bestätigen, denn das Klatschvieh will seinen Kurs nicht korrigieren. Niemand soll in den Trog speien. Eine der zukunftszerstörendsten Erwartungen ist die der chancenlosen schwarzen Ghetto-Insassen, die lieber bitches schwängern als lesen zu lernen. Erasure hat dann noch eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte, quasi eine zentral hineingefaltete Satire. Das trägt dazu bei, dass beim schnellen Erreichen der letzten Seite sehr laut geseufzt werden muss.
Everetts Satire ist so schmerzhaft, da sie kaum bestreitbar ist. Freilich verkaufen sich Bücher gut, die Erwartungen bestätigen, denn das Klatschvieh will seinen Kurs nicht korrigieren. Niemand soll in den Trog speien. Eine der zukunftszerstörendsten Erwartungen ist die der chancenlosen schwarzen Ghetto-Insassen, die lieber bitches schwängern als lesen zu lernen. Erasure hat dann noch eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte, quasi eine zentral hineingefaltete Satire. Das trägt dazu bei, dass beim schnellen Erreichen der letzten Seite sehr laut geseufzt werden muss.
3/07/2013
Bullet Park, John Cheever
Hier. Die Hölle, das sind die anderen. Insbesondere in der Vorstadt, einst der Traum der modernen zivilen Existenz, wurde die Misanthropie zwischen Einbauküchen und Vorgartenroutinen exzessiv geschildert und gelebt. Cheever war einer der ersten, der das verlogene Pack der ehrlichen Mittelschicht in all seiner dumpfen Unzulänglichkeit prägnant und erbarmungslos schilderte.
Hier geht es um zwei sich kreuzende Linien: auf der einen die krankmachende Enge der Familie und der Gemeinschaft und auf der anderen der Psychopath von außen, der sich durch entsprechende Lügen Zugang verschafft. Hammer und Nagel gehören zusammen, treffen einander, kollidieren und verändern die Gesamtsituation.
Besonders beeindruckend ist die Schilderung der scheinbar unverrückbaren Depression des Teenagers (die Erstarrung der Zukunft), die sich durch die Hilflosigkeit der Eltern freilich noch verschärft. We're afraid of Americans, we're afraid of the world.
Hier geht es um zwei sich kreuzende Linien: auf der einen die krankmachende Enge der Familie und der Gemeinschaft und auf der anderen der Psychopath von außen, der sich durch entsprechende Lügen Zugang verschafft. Hammer und Nagel gehören zusammen, treffen einander, kollidieren und verändern die Gesamtsituation.
Besonders beeindruckend ist die Schilderung der scheinbar unverrückbaren Depression des Teenagers (die Erstarrung der Zukunft), die sich durch die Hilflosigkeit der Eltern freilich noch verschärft. We're afraid of Americans, we're afraid of the world.
Hansel & Gretel: Witch Hunters, Tommy Wirkola
Hier. Ein Brett von einem Film, der zunächst an den hervorragend bekloppten Van Helsing erinnert, sich dann aber zugunsten einer hemmungslosen Prügelorgie mit hässlichen Weibsbildern noch steigert. Automatik-Büchsen! Spezial-Armbrüste! Detonierendes Gesindel!
Ein Fest von einem Film, der das ultrabrutale Erbe der traditionellen Märchen in eine zeitgemäße und audiovisuell äußerst ansprechende Form verunglimpft. Ding, dong, die Schlampe muss sterben.
Ein Fest von einem Film, der das ultrabrutale Erbe der traditionellen Märchen in eine zeitgemäße und audiovisuell äußerst ansprechende Form verunglimpft. Ding, dong, die Schlampe muss sterben.
Silver Linings Playbook, David O. Russell
Hier. Überraschend unverlittene Geschichte eines Seelenlädierten, der aus den richtigen Gründen wieder Anschluss an die sogenannte echte Welt findet (welche aus dem Elternhaus in der Vorstadt besteht). Auch nicht allzu literarisch verkrampft ("basedonatruestoryMYASS") und vor allem hinreißend dargestellt von Filmarbeitern, denen man das gar nicht zugetraut hätte. Und de Niro in einer endlich einmal nicht-lustigen Nebenrolle. So will man den.
Oscar-Material? Och...
Oscar-Material? Och...
Rise of the Guardians, Peter Ramsey
Oh Boy, Jan Ole Gerster
Hier. Dieser überraschend schwere deutsche Film ist Schwarzweiss und erzählt die ewig aktuelle Geschichte des coming-of-age-Debakels, diesmal mit einem etwas verspäteten Protagonisten. Dessen Darsteller ist eine Wucht, da er in manchen Szenen quasi wie vierzehn aussehen kann, dann aber wieder die routinierte Apathie der frühen Dreißiger hinbekommt.
Ach, Berlin. Ach, gäbe es doch nur endlich irgendwo einen ganz normalen Kaffee ohne alles. Wie früher. Oh, boy.
Ach, Berlin. Ach, gäbe es doch nur endlich irgendwo einen ganz normalen Kaffee ohne alles. Wie früher. Oh, boy.
The Campaign, Jay Roach
Hier. Konnte gefallen durch die komödiantischen Schwergewichte. Wer echte Politsatire erwartet wird enttäuscht werden: hier geht es eher um brachialere Varianten des Humors. Ein Baby wird ge-suckerpunch-t. Hähä!
Sehr toll die Überspitzung amerikanischer/globaler Televisionspräsenzen: auf der einen Seite ultra-slick und auf der anderen beeindruckend unbedarft. Beides kann letztlich nicht als Volksvertretung herhalten, aber darum ging es bei Kampagnen ja wohl eh nie.
Sehr toll die Überspitzung amerikanischer/globaler Televisionspräsenzen: auf der einen Seite ultra-slick und auf der anderen beeindruckend unbedarft. Beides kann letztlich nicht als Volksvertretung herhalten, aber darum ging es bei Kampagnen ja wohl eh nie.
Hotel Transylvania, Genndy Tartakovsky
Hier. Noch mehr Animationen. Eine Liga unter Wreck-it Ralph anzusiedeln, nicht nur weil der dämliche Adam Sandler dabei ist. Es ist diese Schmonzette, die nervt. Julia und Romeo, einmal mit Fangzähne und einmal ohne, und dann kriegen sie sich halt obgleich Daddy Drake da was gegen hatte. Kann die Zielgruppe gleich mitreden, bei der Pizza danach.
Die Monsterklischees werden zugegebenermaßen wunderbar bedient, obgleich selbst diese Verballhornung schon untot ist. Der Werwolf mit too many puppies? Ausgezeichnet.
Die Monsterklischees werden zugegebenermaßen wunderbar bedient, obgleich selbst diese Verballhornung schon untot ist. Der Werwolf mit too many puppies? Ausgezeichnet.
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