Verflixt, es gibt sie doch: lustige Romane. Dabei ist "lustig" so ein garstiges Wort. Aber beim Stingray Shuffle detonieren die Dinge sehr prägnant und die menschenverachtende Verlustrechnung von Verbrechern mit Migrationshintergrund sind wundervoll.
Das liegt bestimmt an Florida, Schauplatz der diversen Dorsey-Texte. Da sind Sümpfe und Alligatoren klumpiges Koks und die Hitze macht einen Karussel im Kopf - die besten Zutaten für Amerikas lustigste Home-Videos. Wirklich eine einzigartige Lektüre, vor allem weil sonst so viel Finsteres im Konsumgraben herumtorkelt.
Mehr Informationen zum renitent-wahnsinnigen Protagonisten Serge Storms hier.
2/12/2010
2/11/2010
Sherlock Holmes, Guy Ritchie
Hier.
Kombiniere... die Gaudi beginnt, wenn die alberne Mütze und die Lupe verschwindet. Herr Ritchie hat genug epochale Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Filme gesehen, um aus diesem Detektiv-Altwelt-Schmock eine lustige Rauferei zu bauen.
Freilich wird das Sequel schon angelegt. Mutig. Das interessanteste an dem Holmes-Humbug war ja stets die Moriarty-Figur, die hier leider ein wenig zu kurz kommt. Bei ST-TNG gab es ein kluges Update. Es gibt bestimmt einige Kommunikationsforscher, die sich mit Moriarty die Informatik der Persönlichkeit vorstellen können.
Hübsch auch das simulierte London.
Kombiniere... die Gaudi beginnt, wenn die alberne Mütze und die Lupe verschwindet. Herr Ritchie hat genug epochale Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Filme gesehen, um aus diesem Detektiv-Altwelt-Schmock eine lustige Rauferei zu bauen.
Freilich wird das Sequel schon angelegt. Mutig. Das interessanteste an dem Holmes-Humbug war ja stets die Moriarty-Figur, die hier leider ein wenig zu kurz kommt. Bei ST-TNG gab es ein kluges Update. Es gibt bestimmt einige Kommunikationsforscher, die sich mit Moriarty die Informatik der Persönlichkeit vorstellen können.
Hübsch auch das simulierte London.
2/09/2010
Against a Dark Background, Iain M. Banks
Hier der wiki.
Schottische Science Fiction, aber nicht in Schottland angesiedelt, sondern auf Golter. Die ferne Zukunft ist recht rumpelig und es gibt keine abgespacete Fernsternopern mit AI-cloning und Galaxiendesign und solch Mumpitz. Nein, hier gibt es noch eine Eisenbahn! Aber auch Hovercrafts.
Die Protagonistin jagt der Lazy Gun hinterher, eine sagenhaften tragbaren Über-Waffe. Dabei verbraucht sie einiges an illustrem Equipment und Kollegen und viele Dinge explodieren laut und hübsch.
Letztlich ist die Geschichte aber nur mittelgut... Bühnenbild und Requisite sind zwar einzigartig doch die Handlung und die Motive der Charakter sind zu vorhersehbar. Gibt es denn keine epische Sternenschlacht-SciFi, die doch nicht zu sehr mit Realitätskrümmungen verwirrt? Dan Simmons' Olympos harrt noch des Konsums... Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Schottische Science Fiction, aber nicht in Schottland angesiedelt, sondern auf Golter. Die ferne Zukunft ist recht rumpelig und es gibt keine abgespacete Fernsternopern mit AI-cloning und Galaxiendesign und solch Mumpitz. Nein, hier gibt es noch eine Eisenbahn! Aber auch Hovercrafts.
Die Protagonistin jagt der Lazy Gun hinterher, eine sagenhaften tragbaren Über-Waffe. Dabei verbraucht sie einiges an illustrem Equipment und Kollegen und viele Dinge explodieren laut und hübsch.
Letztlich ist die Geschichte aber nur mittelgut... Bühnenbild und Requisite sind zwar einzigartig doch die Handlung und die Motive der Charakter sind zu vorhersehbar. Gibt es denn keine epische Sternenschlacht-SciFi, die doch nicht zu sehr mit Realitätskrümmungen verwirrt? Dan Simmons' Olympos harrt noch des Konsums... Die Hoffnung stirbt zuletzt.
A Serious Man, Ethan & Joel Coen
Ein schöner Film. Die Coens bleiben ihrer Marke treu und werfen mit schöner Regelmäßigkeit schöne Filme vor das unschöne Publikum.
Schön? Moment! Wie kann das schön sein?! Schließlich geht es um eine tiefe Krise im Leben eines braven Mannes, der unterwegs keinerlei Werkzeuge eingesammelt hat, um den drohenden Unwettern zu trotzen. Die Gurus, die er aufsucht, machen die Sache eigentlich nur noch schlimmer. Und sein Sohn scheint die Fehler des Vaters trotz latenter Rebellion geradewegs wiederholen zu wollen.
Die Komik ist sehr lebensnah, also ohne lautes Lachen. Das doppelt sich mit dem, was das Judentum für eine gelungene Geschichte bereithält: es ist so leicht so grotesk darzustellen. Wie bizarr doch das Hebräische klingt in einer glattgebügelten Vorstadtsiedlung. Wie seltsam wirken doch die jüdischen Reden und Reliquien, die zwischen Gummibaum und Nierentischen die Gläubigen zusammenhalten. Das machen die Coens sehr gut. Sie lassen schauen. Großes Kino lässt schauen.
Aber warum wurde die Ehefrau nicht überfahren? Aber das Leben ist ja nicht Wünschdirwas. Trotzdem Masseltov!
Schön? Moment! Wie kann das schön sein?! Schließlich geht es um eine tiefe Krise im Leben eines braven Mannes, der unterwegs keinerlei Werkzeuge eingesammelt hat, um den drohenden Unwettern zu trotzen. Die Gurus, die er aufsucht, machen die Sache eigentlich nur noch schlimmer. Und sein Sohn scheint die Fehler des Vaters trotz latenter Rebellion geradewegs wiederholen zu wollen.
Die Komik ist sehr lebensnah, also ohne lautes Lachen. Das doppelt sich mit dem, was das Judentum für eine gelungene Geschichte bereithält: es ist so leicht so grotesk darzustellen. Wie bizarr doch das Hebräische klingt in einer glattgebügelten Vorstadtsiedlung. Wie seltsam wirken doch die jüdischen Reden und Reliquien, die zwischen Gummibaum und Nierentischen die Gläubigen zusammenhalten. Das machen die Coens sehr gut. Sie lassen schauen. Großes Kino lässt schauen.
Aber warum wurde die Ehefrau nicht überfahren? Aber das Leben ist ja nicht Wünschdirwas. Trotzdem Masseltov!
2/02/2010
Marked for Death, Matt Forbeck
The Lost Mark, Teil 1.
Nette Aktionen mit Luftschiffen und Kriegsgeschmiedeten und solch Kram in einer Mordor-esken Gegend. Nur gibt es hier einen changeling, der sowas von Aufsmaul verdient, das ist nicht mehr gut. Allein um den verf***ten changeling bluten zu sehen, lohnt sich das Weiterverfolgen der Serie.
Nette Aktionen mit Luftschiffen und Kriegsgeschmiedeten und solch Kram in einer Mordor-esken Gegend. Nur gibt es hier einen changeling, der sowas von Aufsmaul verdient, das ist nicht mehr gut. Allein um den verf***ten changeling bluten zu sehen, lohnt sich das Weiterverfolgen der Serie.
2666, Roberto Bolano
Uff.Ja.
Jawohl.
So... so und nicht anders.
Wer 2666 "surreal" nennt, wird sein Leben lang nur Staub schlucken müssen.
Zunächst einmal was pragmatisches: wenn man ein dickes Buch wie das vorliegende (leider) endlich durch hat, sagt man gern: das ist ein Erlebnis, ein Ereignis, das mein Leben in ein Davor und ein Danach trennt. Man hat schließlich lange an dem Schinken genagt und der Konsumstolz (vielleicht ist das sinnverwandt mit dem Kleinkind, dass das erste Mal etwas im Badezimmer produziert) könnte die Bewertung des Buches rosarot färben.
Das muss man sich erstmal bewusst machen. Man selbst ist schließlich das Zentrum des Konsums, nicht wahr?
Da der wiki.
Worum mag es bei 2666 gehen? Hier steht:
"Roberto Bolaño in his novel Los Detectives Salvajes, through one of the main characters, Cesarea Tinajero (original founder of the real visceralismo poetry society) envisions the 27th century as a time when some dark events will happen in the north of Mexico. In 2666, Bolaño's last novel, he describes hundreds of rapes and murders in the north of Mexico, most likely linked with the events written in Los Detectives Salvajes."
Ja, der Konsum streckte sich über einige Wochen hin. Ja, das Erreichen der letzten Seite macht stolz. Ja, es war ein Erlebnis wie lange nicht mehr.
Worum mag es bei 2666 wirklich gehen?
Fünf kleine Romane verbinden sich zu einem großen. Hintereinander (nebeneinander?) geht es um tote Frauenkadaver in der Wüste von Mexiko. Ist das die Aussage? Ist Kultur und menschliche Mühe ein Frauenkadaver in der Wüste? Was beweisen all die Toten außer sich selbst?
Alles ist verknüpft. Welcher Menschling hält das aus? Wie? Nur Literatur kann das, was in 2666 umschrieben wird. Es ist Metaliteratur, oder? Das Werk ist ein Totalangriff auf den Begriff der Mitte, des Zentrums. Wir bauen uns Hütten und Panzer und setzen uns in deren Mitte und dann meinen wir, die Geographie erstreckt sich um uns herum. Nein, sie verliert sich im braunen Zwerg unserer sogenannten Seele (die eigentlich nur der Wintergarten unserer Hütte, der Geschützturm unseres Panzers ist).
Man selbst ist schließlich im Zentrum des Sturms, nicht wahr? Kommen Sie herein, hier ist es gemütlich.
Uh, war das gut. Die Zuckungen peitschen immer noch durch's Regal.
1/27/2010
Rob Zombie - BrickHouse 2000; Uh, jawohl.
OK, es gibt einen Rap-Teil, aber was soll's. Dafür auch Lionel Richie. Brick-HOUSE!
All hail da fat chicks, hu?
Ende gut, Sybille Berg
Die wohnt hier.
Liebe Frau Berg,
wie schön, dass es Sie gibt. Der Konsumgraben ist ja eigentlich von einem selbstbestätigenden Sexismus durchdrungen, einem, der das Weibliche in Schutz nehmen möchte vor dem debil-infantil-zwangsteril Männlichen.
Aber Sie, Frau, Berg, Sie sind eine von uns. Sie haben das Grauen gesehen und leise geseufzt, Sie haben die Schmutzlawinen in den sogenannten Medien und FuZos identifiziert und interessieren sich nicht für die Bestuhlungen der Europaparlamente.
Sie wissen, was Fäkalien (die einzige Bedeutung von "Stuhl") sind und wie sehr unser aller Wurzeln (Rhizome! Alles!!) in ihnen stecken (aber nicht verankert sind). Sie wissen, wie es sich anfühlt, im trivialfaschistoiden Deutschland vor dem dritten Weltkrieg zu leben.
Danke, Frau Berg. Hoffentlich nehmen Sie mir nicht übel, dass ich Ihr Werk aus zweiter Hand bekam und dem Verlag somit kein Geld zukommen ließ. Echt! Das ist mir wichtig.
Hochachtungsvoll,
der Gräber/Konsument/Grabeskonsument/etc.
Liebe Frau Berg,
wie schön, dass es Sie gibt. Der Konsumgraben ist ja eigentlich von einem selbstbestätigenden Sexismus durchdrungen, einem, der das Weibliche in Schutz nehmen möchte vor dem debil-infantil-zwangsteril Männlichen.
Aber Sie, Frau, Berg, Sie sind eine von uns. Sie haben das Grauen gesehen und leise geseufzt, Sie haben die Schmutzlawinen in den sogenannten Medien und FuZos identifiziert und interessieren sich nicht für die Bestuhlungen der Europaparlamente.Sie wissen, was Fäkalien (die einzige Bedeutung von "Stuhl") sind und wie sehr unser aller Wurzeln (Rhizome! Alles!!) in ihnen stecken (aber nicht verankert sind). Sie wissen, wie es sich anfühlt, im trivialfaschistoiden Deutschland vor dem dritten Weltkrieg zu leben.
Danke, Frau Berg. Hoffentlich nehmen Sie mir nicht übel, dass ich Ihr Werk aus zweiter Hand bekam und dem Verlag somit kein Geld zukommen ließ. Echt! Das ist mir wichtig.
Hochachtungsvoll,
der Gräber/Konsument/Grabeskonsument/etc.
Surrogates, Jonathan Mostow
Das Trendthema des Jahrzehnts (Körper vs. Seele in Matrix bzw. Avatarien) in einem weiteren Produkt. Der Herr Regisseur hat auch T3 verbr..., äh, in die Kinos gebracht.
Ja.
Nett.
Positiv hervorzuheben sind die krümelig-karstigen echten Menschen. Fleisch unter Haut über Knochen. Und Zef Cochrane spielt auch mit, hui.
Alfonso Cuarón hätte das besser gemacht, denn der hat uns ja schon Children of Men geschenkt.
Ja.
Nett.
Positiv hervorzuheben sind die krümelig-karstigen echten Menschen. Fleisch unter Haut über Knochen. Und Zef Cochrane spielt auch mit, hui.
Alfonso Cuarón hätte das besser gemacht, denn der hat uns ja schon Children of Men geschenkt.
1/22/2010
1/20/2010
Friendship!, Markus Goller
Ja, ja.
Die Freundschaft. Das ist ja so eine Sache. Auferstanden aus Ruinen? Dann ist das ja immer so ein Krampf. Aber im vorliegenden Werk ist keinerlei Anstrengung zu verzeichnen: echte benachteiligte Ostdeutsche, die einmal losgelassen auch gleich die Welt erkunden und somit selbstverständlich auch einander. Also nicht so, wie sich das jetzt anhört. Eben wie das bei Freundesfilmen so ist: es gibt da die Vaterfigur und die Frau, um die es sich zu zanken gilt. Am Ende werden beide Ablenkungen über Bord gekippt, denn nur mit dem besten Freund kann man auch werktags über die Reling speien. Auf lange Sicht ist das sinnvoller.
Ja, die Deutschen und ihre Wende(n). Erst muss der offensichtlich fiesere der beiden Unrechtsstaaten (der östliche, ähem) von Hasselhoff zersungen werden, dann wird er goldig ostalgisch geschnitzt und schließlich kommt der Nachsatz mit "ja, aber". Dafür, dass dieses Dilemma wahrscheinlich so lange existieren wird wie Chemnitz und Cottbus hat der Film die Sache ganz gut gelöst. Was zählt, sind die Menschen, vor allem wenn's lustig sein soll. Die Beteiligten hatten offensichtlich Freude an ihrer Arbeit, lassen den Zuschauer teilhaben und die Dreharbeiten waren mit den Amerikanern wahrscheinlich auch sehr fein.
So, jetzt bitte wieder was mit Ninjas oder marsianischen Körpersonden.
Die Freundschaft. Das ist ja so eine Sache. Auferstanden aus Ruinen? Dann ist das ja immer so ein Krampf. Aber im vorliegenden Werk ist keinerlei Anstrengung zu verzeichnen: echte benachteiligte Ostdeutsche, die einmal losgelassen auch gleich die Welt erkunden und somit selbstverständlich auch einander. Also nicht so, wie sich das jetzt anhört. Eben wie das bei Freundesfilmen so ist: es gibt da die Vaterfigur und die Frau, um die es sich zu zanken gilt. Am Ende werden beide Ablenkungen über Bord gekippt, denn nur mit dem besten Freund kann man auch werktags über die Reling speien. Auf lange Sicht ist das sinnvoller.
Ja, die Deutschen und ihre Wende(n). Erst muss der offensichtlich fiesere der beiden Unrechtsstaaten (der östliche, ähem) von Hasselhoff zersungen werden, dann wird er goldig ostalgisch geschnitzt und schließlich kommt der Nachsatz mit "ja, aber". Dafür, dass dieses Dilemma wahrscheinlich so lange existieren wird wie Chemnitz und Cottbus hat der Film die Sache ganz gut gelöst. Was zählt, sind die Menschen, vor allem wenn's lustig sein soll. Die Beteiligten hatten offensichtlich Freude an ihrer Arbeit, lassen den Zuschauer teilhaben und die Dreharbeiten waren mit den Amerikanern wahrscheinlich auch sehr fein.
So, jetzt bitte wieder was mit Ninjas oder marsianischen Körpersonden.
1/18/2010
The Dark Knight, Christopher Nolan
Er läuft weg, damit wir ihn jagen können. Wieder und wieder...
Es wäre sehr fein, wenn Nolan eine ganze Trilogie wuppen könnte. Vielleicht auch mit Depp als Riddler. Die Kernfrage muss aber lauten: was ist mit Robin? Und wie eng würden seine Strumpfhosen sein? Will man das?
Hier gibt es feine Kostüme wie das hier gezeigte, zur Huldigung und zur Vorbereitung.
Es wäre sehr fein, wenn Nolan eine ganze Trilogie wuppen könnte. Vielleicht auch mit Depp als Riddler. Die Kernfrage muss aber lauten: was ist mit Robin? Und wie eng würden seine Strumpfhosen sein? Will man das?
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