Hier. Was mag das sein? Ein Character(c) aus einem der erfolgreichsten Unterhaltungsprodukte überhaupt in einem Solo-Band. Erschwerend kommt hinzu, dass Hawkeye letztlich arg menschlich ist - sein Problem ist ähnlich dem von Bruce Wayne in der Justice League. Nur Gadgets und Gewitztheit machen diesen Helden super.
Und hier kommt er also daher als Prügelknabe und als renitentes Opfer äußerer Umstände. Und ist sympathischer als alle seine intergalaktischen Freunde. Er macht sogar Scherze über den Einsatz von Pfeil und Bogen im Zeitalter der Laser-Gatling-Guns. Das steht ihm gut und die Geschichte tut ihr übriges: Clint ist eher der hard-boiled Ermittler, der Trickser und der Feilscher als der Held im wehenden Umhang. Anspruchs- und sinnvoll verschachtelte Erzählstränge und wirklich erfrischende panel-Verteilung helfen umd dieses Produkt als ein besonderes zu erkennen. Eben kein "movie tie-in" sondern eher ein explizites "movie tie-out". Gut so. #2 ist vorgemerkt.
5/20/2013
The Sluts, Dennis Cooper
Amerikanische Körperbeschaffungsmaßnahmen durch Sodomiten. Hier. Hier zum ersten Mal.
Der Text besteht aus den Forenbeiträgen und sonstigen elektronischen Kommunikationen von Kunden und Anbietern des ältesten und weisesten Gewerbes der Welt. Es tritt auch genau eine Frau auf.
Was macht der Chor? Der Chor singt sich selbst das Lied zusammen. Dieser ruppige Totalausfall ethischer Orientierung steigert fiktionalisierte Gewalt ins Unermessliche, da er doppelbödig mit den Erwartungen der Beteiligten als auch des Konsumenten spielt. Wann ist das alles ein Scherz, wann üben Pointen selbst Gewalt aus? The Sluts offenbart das finsterste Potential der Textart "review": entdecke die Möglichkeiten. Entdecke alle Möglichkeiten und vergiss keine davon.
Der Text besteht aus den Forenbeiträgen und sonstigen elektronischen Kommunikationen von Kunden und Anbietern des ältesten und weisesten Gewerbes der Welt. Es tritt auch genau eine Frau auf.
Was macht der Chor? Der Chor singt sich selbst das Lied zusammen. Dieser ruppige Totalausfall ethischer Orientierung steigert fiktionalisierte Gewalt ins Unermessliche, da er doppelbödig mit den Erwartungen der Beteiligten als auch des Konsumenten spielt. Wann ist das alles ein Scherz, wann üben Pointen selbst Gewalt aus? The Sluts offenbart das finsterste Potential der Textart "review": entdecke die Möglichkeiten. Entdecke alle Möglichkeiten und vergiss keine davon.
Mein Sohn liebt Männer, Dorit Zinn
Deutsche Selbsthilfe. Hier. Kurz aufgeschrieben von einer, die sich auskennt. Die Tonart ist sehr fein, so trotzig und zweifelnd und zeternd und stets wach und am Thema dran. Verstörend ist das auftretende Personal: sowohl Ehemann als auch betreffender Sohn sind schlimme Menschen, mit denen man eigentlich gar keine psychosozialen Eskapaden teilen möchte. Warum hat die arme Autorin denn überhaupt so lange mit denen ausgehalten? Man weiss es nicht genau.
Die Akzeptanz, die sich am Ende einstellt, ist unfeierlich und ebnet den Weg in die Routine - vor Dritten kann die Autorin die Sachlage so begreifen und abhaken, wie sie nun einmal ist.
Die Akzeptanz, die sich am Ende einstellt, ist unfeierlich und ebnet den Weg in die Routine - vor Dritten kann die Autorin die Sachlage so begreifen und abhaken, wie sie nun einmal ist.
The Right Stuff, Tom Wolfe
Hier.
Eigentlich war 1979 ein gutes Jahr. Und Wolfe's Charlotte Simmons war soooooo gut! Dies hier ist dagegen eine unfokussierte Mythenschau der amerikanischen Pilotenverehrung. Tollkühne Kerle in ihren fliegenden Kisten. Dabei bleibt es journalistisch: keine Erzählung geht los, kein Interesse wird für die Herren erzeugt. Die Zielgruppe muss das Interesse für Raketen und Treibstoff und nordamerikanische Lufträume von Daheim mitbringen. Nach einhundert Seiten in die Ecke gepfeffert. Das geschieht sehr selten. Dat ain't no right stuff but just hodgepodge with rockets. Derp.
Eigentlich war 1979 ein gutes Jahr. Und Wolfe's Charlotte Simmons war soooooo gut! Dies hier ist dagegen eine unfokussierte Mythenschau der amerikanischen Pilotenverehrung. Tollkühne Kerle in ihren fliegenden Kisten. Dabei bleibt es journalistisch: keine Erzählung geht los, kein Interesse wird für die Herren erzeugt. Die Zielgruppe muss das Interesse für Raketen und Treibstoff und nordamerikanische Lufträume von Daheim mitbringen. Nach einhundert Seiten in die Ecke gepfeffert. Das geschieht sehr selten. Dat ain't no right stuff but just hodgepodge with rockets. Derp.
5/17/2013
Evil Dead, Fede Alvarez
Hier. Der alte Angstgegner, frisch aufpoliert für neue Generationen.
Was zuerst auffällt ist nicht wirklich gruselig: die kahlen Äste zeichnen sich wunderbar ab vor dem finsteren Himmel. Die Ära von VHS ist wahrlich vorbei und Evil Dead 2013 sieht einfach sehr, sehr anders aus als das rumpelige Original. Dann werden die Äste natürlich doch noch gruselig, wenn der Sündenbock (die Sündenziege?) in ihre Reichweite stolpert.
Überhaupt "Sünde" und "Teufel" und "Unrein": Evil Dead ist weiterhin die Referenz für pubertäre Verschmutzungsphantasien und befasst sich auch dieses Jahr mit dem Stoff, aus dem die Erwachsenen sind. Wieviel Angst doch Eltern um ihre Kinder haben mussten/wollten durch Filme wie Evil Dead 1. Die Proto-Satanisten spielen erst Kerker und Drachen und reiben sich dann mit Hexenkotze ein... das waren noch Zeiten. Selbige kann Evil Dead nicht vergessen machen, und das ist eine Leistung: hinter all den HD-Ästen blieb also noch genug Restcharme übrig, um die Campbell/Raimi-Referenz in all ihrer grindigen Bockigkeit zu retten.
Was zuerst auffällt ist nicht wirklich gruselig: die kahlen Äste zeichnen sich wunderbar ab vor dem finsteren Himmel. Die Ära von VHS ist wahrlich vorbei und Evil Dead 2013 sieht einfach sehr, sehr anders aus als das rumpelige Original. Dann werden die Äste natürlich doch noch gruselig, wenn der Sündenbock (die Sündenziege?) in ihre Reichweite stolpert.
Überhaupt "Sünde" und "Teufel" und "Unrein": Evil Dead ist weiterhin die Referenz für pubertäre Verschmutzungsphantasien und befasst sich auch dieses Jahr mit dem Stoff, aus dem die Erwachsenen sind. Wieviel Angst doch Eltern um ihre Kinder haben mussten/wollten durch Filme wie Evil Dead 1. Die Proto-Satanisten spielen erst Kerker und Drachen und reiben sich dann mit Hexenkotze ein... das waren noch Zeiten. Selbige kann Evil Dead nicht vergessen machen, und das ist eine Leistung: hinter all den HD-Ästen blieb also noch genug Restcharme übrig, um die Campbell/Raimi-Referenz in all ihrer grindigen Bockigkeit zu retten.
5/16/2013
Saga #1, Brian K. Vaughan, Fiona Staples
Mit großer Vorfreude werden weitere Auftritte des Kopfgeldjägers/Problemlösers mit seiner Lügenkatze (!) erwartet (beide nicht im Bild).
5/14/2013
Star Trek Into Darkness, J.J. Abrams
Uff. Hier.
Hier noch einmal eine adäquate Verdauung vom ersten Produkt. Lens flares, yeah!
Das franchise ist lebendig und passt. Nostalgiker werden den Tiefgang vermissen, die zivile Klugheit der Themen. Aber Picard hat nun einmal abgedankt und eine TV-Serie hat andere Pflichten und Möglichkeiten als eine Kino-Serie, die dieses Jahr auch noch gegen Iron Man 3 antreten musste. Man muss doch kauen, trinken UND dem Film folgen können.
Somit tritt das 3D-Erlebnis in aller Flachheit in den Vordergrund und natürlich ist dieser Feind ein sehr gut gecasteter Europäer, der gern seinen Platz im Lärm einnimmt. Der Film ist lang genug - doch wenn Filme vier Stunden dauern dürften, dann hätte sich der Konsument ein wenig mehr Logik erhofft. Warum greift hier wer wen an? Warum kann man in den ersten zehn Minuten die nächsten einhundert erahnen? Warum muss das so sein? Vielleicht traut man sich in Teil drei ein wenig mehr Subversion zu, ein wenig mehr Erwartungszerschmetterung. Und bitte mehr Klingonen und mehr von diesem stummen sidekick im Maschinenraum.
Hier noch einmal eine adäquate Verdauung vom ersten Produkt. Lens flares, yeah!
Das franchise ist lebendig und passt. Nostalgiker werden den Tiefgang vermissen, die zivile Klugheit der Themen. Aber Picard hat nun einmal abgedankt und eine TV-Serie hat andere Pflichten und Möglichkeiten als eine Kino-Serie, die dieses Jahr auch noch gegen Iron Man 3 antreten musste. Man muss doch kauen, trinken UND dem Film folgen können.
Somit tritt das 3D-Erlebnis in aller Flachheit in den Vordergrund und natürlich ist dieser Feind ein sehr gut gecasteter Europäer, der gern seinen Platz im Lärm einnimmt. Der Film ist lang genug - doch wenn Filme vier Stunden dauern dürften, dann hätte sich der Konsument ein wenig mehr Logik erhofft. Warum greift hier wer wen an? Warum kann man in den ersten zehn Minuten die nächsten einhundert erahnen? Warum muss das so sein? Vielleicht traut man sich in Teil drei ein wenig mehr Subversion zu, ein wenig mehr Erwartungszerschmetterung. Und bitte mehr Klingonen und mehr von diesem stummen sidekick im Maschinenraum.
5/13/2013
Zombie, Joyce Carol Oates
Hier. Dies ist der Zweitkonsum der auf Dahmer beruhenden Schauermär, die Oates in einem ebenso schauerlichen O-Ton (?) geschrieben hat. Das amerikanische Original wird als Psychopath tatsächlich erkennbar, der mit seiner verflachten Reflektionsfähigkeit allerdings in einer ebenso flachen Welt haust. Allen voran der Vater, der in blindem Sohnesstolz den Ernst der Lage nicht erkennen will.
Fraglich wie immer der Reiz an solch unlauterem Journalismus. Was soll der Leser daran erkennen? Ist es der schauerliche Generalkontrast zum eigenen Leben? Oder ist auch dieser junge Mann, der sich ein paar Untote erschaffen möchte um endlich im Mittelpunkt zu stehen, Opfer der Anderen (mit großem A)?
Fraglich wie immer der Reiz an solch unlauterem Journalismus. Was soll der Leser daran erkennen? Ist es der schauerliche Generalkontrast zum eigenen Leben? Oder ist auch dieser junge Mann, der sich ein paar Untote erschaffen möchte um endlich im Mittelpunkt zu stehen, Opfer der Anderen (mit großem A)?
5/10/2013
How to Live Safely in a Science Fictional Universe, Charles Yu
Hier. Sehr gut! Im Weltraum hört dich keiner schreien und im Zeitstrahl hört dich keiner weinen.
Dieses höchst melancholische kleine Buch nimmt sich der ältesten Handlungen der Literaturgeschichte an und vermengt sie mit Raumschleifen und Alternativuniversen. Kein Eskapismus ist das, nein, es führt einen an die Unmöglichkeit des Glücks noch mehr heran.
Jeder Satz, jedes Kapitel treibt die ohnehin schon kreative Grundidee voran. Letztlich ist dies aber kein Aktionsroman: es geht vielmehr um die stringente Aushöhlung solcher Quatschworte wie "Erinnerung," "Absicht," "Einkehr" und "Erkenntnis". Und Humor hat Yu auch noch: zwar nicht so abjektiv-hysterisch wie in John dies at the End aber eben feiner, klüger, gemeiner - und wieder zerlegt er, was Literatur eigentlich darf und was ein Ende und was ein Anfang ist.
Gespannt wartet der Konsument auf weitere Produkte dieser Art.
Dieses höchst melancholische kleine Buch nimmt sich der ältesten Handlungen der Literaturgeschichte an und vermengt sie mit Raumschleifen und Alternativuniversen. Kein Eskapismus ist das, nein, es führt einen an die Unmöglichkeit des Glücks noch mehr heran.
Jeder Satz, jedes Kapitel treibt die ohnehin schon kreative Grundidee voran. Letztlich ist dies aber kein Aktionsroman: es geht vielmehr um die stringente Aushöhlung solcher Quatschworte wie "Erinnerung," "Absicht," "Einkehr" und "Erkenntnis". Und Humor hat Yu auch noch: zwar nicht so abjektiv-hysterisch wie in John dies at the End aber eben feiner, klüger, gemeiner - und wieder zerlegt er, was Literatur eigentlich darf und was ein Ende und was ein Anfang ist.
Gespannt wartet der Konsument auf weitere Produkte dieser Art.
The Words, Brian Klugman, Lee Sternthal
Hier und hier. TBA.
Wie schön könnte man jetzt über Worte und offensichtliche Bezeichnungen und zu offen formulierte Inhalte kalauern - Kino als das Ende der anspruchsvollen Erzählung und so weiter. The Words lädt aber nicht zum Kalauern ein, denn dies ist eines der simpelsten Kammerspiele die es über das Schreiben und Lesen gegen Geld gibt, welches vor allem dadurch unangenehm auffällt, dass es sich eher an debile Nichtleser richtet als an auch nur ein wenig literarisch interessierte Konsumenten.
Der Film erklärt alles und verklärt das Lesen zu dieser bürgerlichen Religion. Dazu kommt eine schlimm menschelndes Ensemble das dauernd weint oder zweifelt oder schreibt oder beklommen liest (gähn). Und es werden noch fix Hemingway und sein Paris als Kulisse verballert.
So ein verhuschter Unfug. Schön aber die Perspektive: das denkt also Hollywood vom Büchermarkt und von dieser unheimlichen Rotte an Papieranfassern, die ohne Ton und Bilder narrative Eskapaden durchmachen.
Wie schön könnte man jetzt über Worte und offensichtliche Bezeichnungen und zu offen formulierte Inhalte kalauern - Kino als das Ende der anspruchsvollen Erzählung und so weiter. The Words lädt aber nicht zum Kalauern ein, denn dies ist eines der simpelsten Kammerspiele die es über das Schreiben und Lesen gegen Geld gibt, welches vor allem dadurch unangenehm auffällt, dass es sich eher an debile Nichtleser richtet als an auch nur ein wenig literarisch interessierte Konsumenten.
Der Film erklärt alles und verklärt das Lesen zu dieser bürgerlichen Religion. Dazu kommt eine schlimm menschelndes Ensemble das dauernd weint oder zweifelt oder schreibt oder beklommen liest (gähn). Und es werden noch fix Hemingway und sein Paris als Kulisse verballert.
So ein verhuschter Unfug. Schön aber die Perspektive: das denkt also Hollywood vom Büchermarkt und von dieser unheimlichen Rotte an Papieranfassern, die ohne Ton und Bilder narrative Eskapaden durchmachen.
5/06/2013
Iron Man 3, Shane Black
Hier. Der erste richtige Sommer-Blockbuster, der bauchschmerzfrei das Herz berauscht ist IM3.
Tony hat ja schon alles - nun fällt ihm alles um die Ohren. Ein würdiger Abschluss der Trilogie nach einem etwas mühsamen mittleren Teil. Stan Lee ist auch dabei. Vor allem gefällt die Dekonstruktion des Anzugs selbst: man muss schließlich erst die Prothesen als selbige erkennen und aus der Routine isolieren, um dann ihre Endlichkeit festzustellen und sich erst scherzhaft, dann schmerzhaft ihrer Omnipräsenz zu entledigen. Die neue Nacktheit führt dann zu neuen Bewegungsabläufen.
Diskussionen kann die Gestaltung des Mandarins freilich auslösen. Sie ist aber folgerichtig und pointiert und passt - was wäre die Alternative gewesen? Eine ethnisch ungut eingefärbte Drittweltschablone? Bärte des Todes?
Tony hat ja schon alles - nun fällt ihm alles um die Ohren. Ein würdiger Abschluss der Trilogie nach einem etwas mühsamen mittleren Teil. Stan Lee ist auch dabei. Vor allem gefällt die Dekonstruktion des Anzugs selbst: man muss schließlich erst die Prothesen als selbige erkennen und aus der Routine isolieren, um dann ihre Endlichkeit festzustellen und sich erst scherzhaft, dann schmerzhaft ihrer Omnipräsenz zu entledigen. Die neue Nacktheit führt dann zu neuen Bewegungsabläufen.
Diskussionen kann die Gestaltung des Mandarins freilich auslösen. Sie ist aber folgerichtig und pointiert und passt - was wäre die Alternative gewesen? Eine ethnisch ungut eingefärbte Drittweltschablone? Bärte des Todes?
5/02/2013
Sympathy for Mr. Vengeance, Chan-wook Park
Hier und hier. Mehr Rache! Mehr Parallelismen! Mehr von allem! Die etwas beschränkte Rahmenhandlung setzt Ereignisse in Gang, die den Zuschauer ungläubig staunen lassen.
Die Brutalität kommt in einer unerwarteten Tonart daher, vielleicht geht es hier dezidiert asiatisch zu Gange, wenn es denn so etwas gibt. Es wird wenig Zeit an einen tiefergehenden Charakteraufbau verschwendet - stattdessen ist es die enorme Wucht von Ursache und Wirkung, die hier die Körper rotieren und enden lassen.
Fein. Fein grob.
Die Brutalität kommt in einer unerwarteten Tonart daher, vielleicht geht es hier dezidiert asiatisch zu Gange, wenn es denn so etwas gibt. Es wird wenig Zeit an einen tiefergehenden Charakteraufbau verschwendet - stattdessen ist es die enorme Wucht von Ursache und Wirkung, die hier die Körper rotieren und enden lassen.
Fein. Fein grob.
5/01/2013
Chinatown, Roman Polanski
Es beginnt mit einem geographischen Verbrechen, doch es wird schnell in Richtung Blutschande ermittelt: letztlich ist alles Menschenland ein Land der Dynastien, eine Verteilung in Generationen und Titel und Territorien. In Kalifornien geht diesbezüglich einiges schief, da kreuzen sich die Motive von Vielen und Einzelnen.
Ein Klassiker des professionellen Noir. Könnte der heute auch noch so entstehen? Das ist fraglich. Erstens gibt es keinen wie Jack. Zweitens ist der Film sehr lang, einzelne Szenen könnten ohne weiteres prägnanter abgefilmt werden. Drittens fehlt das Monumentale, die zeitgeistbebildernde Breitwandschau der Epoche. Ist freilich teuer gewesen, damals, doch heute könnte man doch ein paar Gamaschen zusammenpixeln, oder?
4/30/2013
Old Boy, Chan-wook Park
Hier. Nach fünf Jahren noch einmal. Man könnte meinen, die Rache ist die einzige emotionale Verbindung des modernen Menschen an seine Umgebung. Alles andere kann ge-franchized werden, aber Rache ist was für's eigene Herz, das will man sich nicht (ent-) nehmen lassen.
Der famose Held ist nicht nur zunächst seltsam frei von Konventionen, er ist auch sich selbst kaum mehr etwas schuldig. In fabelhafter Geometrie kommen dann zum Schluss diverse Rachepläne zusammen, um dann in einer gewaltigen Eruption das gewohnte Ethikmobiliar nachhaltig zu zerstören. Denn die Rache ist stets eine fremde, manipulative Kraft, da scheint etwas in den mündigen Menschen hinein, der dann als erstes höchstselbst ein Opfer der Rache wird. Und trotzdem hält Rache so schön warm, so aufrecht: nur wer ordentlich Rache in sich trägt, kann wie in der Schlüsselszene des Films mit einem Hammer den Gangstermob durch den schwankenden Korridor treiben.
Der famose Held ist nicht nur zunächst seltsam frei von Konventionen, er ist auch sich selbst kaum mehr etwas schuldig. In fabelhafter Geometrie kommen dann zum Schluss diverse Rachepläne zusammen, um dann in einer gewaltigen Eruption das gewohnte Ethikmobiliar nachhaltig zu zerstören. Denn die Rache ist stets eine fremde, manipulative Kraft, da scheint etwas in den mündigen Menschen hinein, der dann als erstes höchstselbst ein Opfer der Rache wird. Und trotzdem hält Rache so schön warm, so aufrecht: nur wer ordentlich Rache in sich trägt, kann wie in der Schlüsselszene des Films mit einem Hammer den Gangstermob durch den schwankenden Korridor treiben.
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