Hier. Och. Nein, da kam kein dropkick noch zum Schluss, es ist einfach ein sensationsheischender, lauter und insgesamt leider sehr überflüssiger Debütroman.
Herrjemine, die Jugend ist wild. Ach, Mann muss nicht volljährig zum vergewaltigen sein. Na sowas. Und in der schönen neuen Welt sind Drogen nicht nur zum Eigenrausch zu gebrauchen. Auweia. Da sind wir aber gespannt wie das weitergeht mit der verlotternden Jugend.
7/12/2015
Minions, Kyle Balda, Pierre Coffin
Hier. Unaufhaltsam. Es kommt einem vor, als wäre der Begriff "merchandise" erfunden worden und danach mit den Minions illustriert worden. Sie sind perfekte Kreaturen der Wertschöpfungskette... jenseits von Sprache und Zugehörigkeit geht es nur um die Unterhaltung. Freilich passen hier die Details, so dass man zumindest beim Drittkonsum noch zumindest lächeln könnte.
Im Kino zu sitzen und die Zielgruppe für diesen kleinsten gemeinsamen Nenner für Unterhaltung zu erleben ist eine Schau. Vor allem für die Ohren. Die sind das Volk. Die kaufen die Bettwäsche. Die klicken die gelben Cartoons bei Facebook an. Die verschenken die DVD. Die. Die alle. Minions.
Im Kino zu sitzen und die Zielgruppe für diesen kleinsten gemeinsamen Nenner für Unterhaltung zu erleben ist eine Schau. Vor allem für die Ohren. Die sind das Volk. Die kaufen die Bettwäsche. Die klicken die gelben Cartoons bei Facebook an. Die verschenken die DVD. Die. Die alle. Minions.
More Than Human, Theodore Sturgeon
Hier. Und wieder ein Roman der zu Unrecht im SciFi-Regal verschwindet. Erzählart und Thema sind zeitlos: Teile und Fragmente ergeben ein Ganzes, in Theorie und Praxis. Teilweise ist es ein wenig trocken, dem Geschehen zu folgen, aber doch kommt am Ende alles zusammen bzw. bricht herrlich panoramaromatisch auseinander.
Das Ich ist ein Kreuz und die erste Person Singular versperrte schon viel zu lange die Sicht auf das Tosen und das Wuchern. MTH ist ein Roman der hilft, den Leichnam endlich zu kompostieren.
Das Ich ist ein Kreuz und die erste Person Singular versperrte schon viel zu lange die Sicht auf das Tosen und das Wuchern. MTH ist ein Roman der hilft, den Leichnam endlich zu kompostieren.
Transformers: Age of Extinction, Michael Bay
Hier. Das war ziemlich furchtbar. Immerhin ist das Medium die Massage: in HD macht die virtuelle Materialität Schaulust, denn die unendlich ziselierten Roboter sind letztlich unmikroskopierbar.
The Highly Sensitive Person: How to Thrive When the World Overwhelms You, Elaine N. Aron
Hier. Locker und simpel geschrieben und derzeit wohl eine Innovation auf dem Nabelschau- bzw. Selbstverständnismarkt. Hier geht es nicht um eine begabte, kluge, höherwertige oder sonstwie spektakuläre Art von Mensch. Jeder fünfte soll derart besonders sein, dass er oder sie die Welt roher und ungefilterter wahrnimmt. Das begünstigt die Ausformung einiger Eigenschaften, aber auch Gefahren. Die Nähe zum Autismus und seiner Diskussion ist freilich auch gegeben.
Hart wissenschaftlich geht es hier nicht zugange, das muss es auch nicht. Was möglich ist, ist aber ein Perspektivwechsel. Das Grübeln über Irritationen in Vergangenheit und Gegenwart wird neu befeuert, weil Sensibilität als Qualität und Erfahrungsmerkmal verstanden werden kann. Das Ding basiert nicht auf Foucault, aber es regt Foucaltismen an: man kann etwas in den Diskurs bringen und dann existiert es erst. Das kann klappen.
Hart wissenschaftlich geht es hier nicht zugange, das muss es auch nicht. Was möglich ist, ist aber ein Perspektivwechsel. Das Grübeln über Irritationen in Vergangenheit und Gegenwart wird neu befeuert, weil Sensibilität als Qualität und Erfahrungsmerkmal verstanden werden kann. Das Ding basiert nicht auf Foucault, aber es regt Foucaltismen an: man kann etwas in den Diskurs bringen und dann existiert es erst. Das kann klappen.
7/02/2015
Spy, Paul Feig
Hier und hier. Dumpfer Titel, keckes Filmchen. Die Hauptdarstellerin hat seit einiger Zeit 'nen Lauf und hier unterhält sie freilich gewohnt moppelig und mobil. Sehr positiv überrascht auch Jason Statham.
Woran sich der Konsument kaum gewöhnen kann: die mittlerweile üblichen Aufmerksamkeitsaufputschmittel namens Ekelschockeffekt. Humor muss dreckig sein, klar. Aber hatte der sehr dreckige Humor nicht einst ein eigenes Genre?
Woran sich der Konsument kaum gewöhnen kann: die mittlerweile üblichen Aufmerksamkeitsaufputschmittel namens Ekelschockeffekt. Humor muss dreckig sein, klar. Aber hatte der sehr dreckige Humor nicht einst ein eigenes Genre?
6/30/2015
Prozac Diary, Lauren Slater
Hier. Das ist immer nicht so einfach wenn eine Poetin poetisch über Kopfsachen wird. Die denkt ja eh schon viel nach über Ausdruck und so. Welcher Satz klingt am ehesten nach? "Dank der Pille kann ich endlich ich selbst sein." Die Verachtung bezüglich egomanischem Humanismus ist freilich stets präsent, doch hier will sie sich nicht wirklich entladen. Slater ist zu menschelnd-wurschtelig, sie stellt gar nicht die hohe Kunst in die Mitte. Sie gibt zumindest zu, es auch nicht ganz verstanden zu haben und nagt an den Worten herum, die die Pharma-Farmen ausstoßen.
6/28/2015
Batman: Arkham Asylum, Eidos Interactive et al.
Encore. Ein Fest. Prügeln, Batarangs, und immer mit R1 aus der Affäre ziehen. Die Erzählung selbst passt in eine Nacht und alle DC-Hausaufgaben wurden gemacht. Mehr davon.
6/21/2015
Jurassic World, Colin Trevorrow
Hier. Bäm und weg. Ein frommer runder Sommerfilm mit einem Tier, das man endlich hassen darf: der widersachende Saurier hier ist ein unnatürlich Kloncocktail aus Donnerechse und Menschengier und darf deshalb ohne weiteres verachtet und gefürchtet werden, ohne verflixten WWF im Nacken. Warum das Ding nun soooo viel Geld eingefahren hat, ist allerdings nicht begreiflich. Richtige Zeit, richtige Konkurrenz?
Batman and Son, Grant Morrison
Hier. Warum werden diese Sammelbände mit teils sehr unpassenden Einzelveröffentlichungen zugekleistert? Oder ist die zweite Hälfte einfach nur Füllmasse? Mit dem eigentlichem Thema, dem Auftauchen und Einarbeiten des groben Damian, hat das eher wenig zu tun.
Egal. Sehr unterschiedliche Kost, das. Teils arg camp, teils verstörend brutal.
Egal. Sehr unterschiedliche Kost, das. Teils arg camp, teils verstörend brutal.
6/17/2015
Hunger, Steve McQueen
Hier. Darauf war der Konsument nicht vorbereitet: allerderbste Filmkunst welche allerderbste Geschichtsaufarbeitung betreibt, so weit Kino das denn kann. Wäre es alles nicht so furchtbar könnte man die Montagen und Farben und Ästhetiken als herrlich bezeichnen. Alles ist im Innen, der Essenz des Gefängnisses. Der finale Hungerstreik wird als Konsequenz und nicht als Hauptdrama gezeigt, was er ja auch ist und sein soll. Der Hungernde bleibt letztlich fremd, ein kalter Fassbender mit spröder Mimik. Doch das Hungern selbst - das wird bedenklich intim. Der Verfall, das Vergehen - all das Teil einer lautlosen Gewalt. Wie Ersticken im Weltraum. Wie weit entfernt ist es dahin?
6/07/2015
The Fading Dream, Keith Baker
Hier. Weiter geht der Eberron-Krempel... wieder müssen einige der Kreaturen gegoogelt werden. Als Spielplatz ist der Kontinent aber sehr fein durchdacht. Es darf allerdings bezweifelt werden ob daraus jemals ein Azeroth wird.
6/06/2015
Mommy, Xavier Dolan
Hier. Ein Kraftakt sondergleichen, der mit einigem kinematographischen Finessen aufwartet. Eigentlich zentrieren sich solche Geschichten auf das Heranwachsende, doch hier ist es viel deutlicher die überhaupt nicht perfekte Mutter. Man wünscht sich und ihr, dass sie selbst heranwächst im Sinne von erwachsener wird. Allerdings erfüllt die Figur dieses normative Dogma nicht. Manchmal knirscht das Leben und es hört nicht auf. Manchmal sind Filme Mikrophone, keine Kopfhörer.
Hyperbole and a Half: Unfortunate Situations, Flawed Coping Mechanisms, Mayhem, and Other Things That Happened, Allie Brosh
Hier. Erst eine famose Seite im Netz, dann also die Buchversion. Die optisch sehr kruden aber sehr menschlichen Graphiken stützen eine zutiefst kluge Beobachtung über das Selbst-Einschätzen an und für sich. Der erhoffte Spagat zwischen Persönlich und Generell ist gelungen.
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