4/05/2011
Grand Theft Auto IV: Episodes from Liberty City, Rockstar Games
Das hier nochmal. Einmal Motorräder und einmal Fallschirme... der beschleunigte Körper in einer Stadt aus Zitaten. Vielleicht wird GTA5 endlich einen weiblichen Protagonisten haben. Rockstar Games könnte das Echo von Lara Croft exorzieren.
4/03/2011
Letztes Jahr in Marienbad, Alain Resnais
Oh. Hier. Tatsächlich ein Klopper, endlich in Gänze konsumiert. Im barocken Schlosshotel huschen die Erinnerungen durch die Hallen. Doch: dieser Film hat eben keine bebilderte Handlung, sondern handelnde Bilder. Der ganze Film setzt sich mehr und weniger zusammen, er vibriert und schwingt. Die Szenen (Mensch und Mobiliar ähneln einander in Funktion und Farbe und sind gleichermaßen durchgestylt) fallen immer wieder in größere Zusammenhänge, ruhen kurz, und entspannen sich dann wieder. Intensiv, extensiv... freilich sehr leicht zu persiflieren. Und vollkommen werbeblockinkompatibel.
3/30/2011
Ordinary Affects, Kathleen Stewart
Hier. Stewart räumt auf mit der Kniffligkeit der Affekttheorie, indem sie sich aufs Allgegenwärtige (vielleicht sogar DAS Gegenwärtige) konzentriert: die Affekte, die es jeden Moment zu empfangen gilt. Dabei theoretisiert sie nicht sondern notiert Szenen und Momente der Affizierung von Menschen, Bewusstsein, und sonstigem.
Da gibt es die Benzingeruch, die Glotze, Tischplatten, Wetter, Müll, Störgeräusche, Rhythmen (stimmig oder abbrechend) und Grübeleien. Das vollkommene Fehlen der Anwendung einer Fachsprache stimmt auch nachdenklich: ist es wirklich so einfach? Ist Affekt so ein gewaltiges Ding, ein so mächtiges Überwort, dass es sich jeder Beschreibung entzieht? Ist es zu einfach, um (in sonstwie motivierten Diskursen) fassbar zu sein?
Schöne Fragmente, die den Blick auf die feine Bibliographie richten lassen.
Da gibt es die Benzingeruch, die Glotze, Tischplatten, Wetter, Müll, Störgeräusche, Rhythmen (stimmig oder abbrechend) und Grübeleien. Das vollkommene Fehlen der Anwendung einer Fachsprache stimmt auch nachdenklich: ist es wirklich so einfach? Ist Affekt so ein gewaltiges Ding, ein so mächtiges Überwort, dass es sich jeder Beschreibung entzieht? Ist es zu einfach, um (in sonstwie motivierten Diskursen) fassbar zu sein?
Schöne Fragmente, die den Blick auf die feine Bibliographie richten lassen.
3/28/2011
Hondo, Louis L'Amour
Ja, so heißt er. Aus einem seiner Produkte wurde dieser Film und daraus wiederum wurde dieses Produkt. Verblüffend. Ein Text wie aus einer anderen Zeit - selten hat man so unironische Sexismen erlebt. Der virile top guy erschießt und ersetzt den Vater eines potentiellen Weicheis, nebenbei beglückt er die Ranch-Mamsell nachhaltig. Die bösen Indianer werden abgeknallt, die guten können keine Grammatik und auf die Kavallerie kann man sich eigentlich auch nur werktags verlassen.
Geradezu bizarr, dieses Textlein! True Grit ist da wahrlich sehr anders, in allen Versionen.
Der Konsument hat Mister (Monsieur?) L'Amour gefunden, weil Stephen Graham Jones ihn in einem Interview erwähnte. Das soll jetzt also echter amerikanischer pulp sein? Ein kitschiger Western-Bockmist? Ja gut, der Autor posiert mit Hut in der Natur auf dem Buchrücken... und es gibt Fanclubs. Und etwa neunhundert ähnliche Romane. Der weite Westen hat Platz für alle.
Geradezu bizarr, dieses Textlein! True Grit ist da wahrlich sehr anders, in allen Versionen.
Der Konsument hat Mister (Monsieur?) L'Amour gefunden, weil Stephen Graham Jones ihn in einem Interview erwähnte. Das soll jetzt also echter amerikanischer pulp sein? Ein kitschiger Western-Bockmist? Ja gut, der Autor posiert mit Hut in der Natur auf dem Buchrücken... und es gibt Fanclubs. Und etwa neunhundert ähnliche Romane. Der weite Westen hat Platz für alle.
Scorch Atlas: A Belated Primer, Blake Butler
Wie grandios ist doch Schlamm. Im Wasser kann man sich rein waschen, im Schlamm wälzen. Eine Taufe im Schlamm hält länger, denn das Zeug kriecht in die sieben Menschenlöcher und bleibt. Nachhaltigkeit. Noch nachhaltiger wird es, wenn der Schlamm radioaktiv ist. Da zirpen dann die Moleküle im Takt und die Zellen bilden einen Metastasenreigen.
Ähnliches gilt für Asche. Konzentrierter Schlamm, quasi. Instant mud. Herkunft ausradiert und bereit zur Kontamination. Atme ein, atme aus... und höre, wie das Husten einfach so im grauen Himmel versickert.
Scorch Atlas ist Experimentalliteratur, die unter dem Motto des Endes zusammenfassbar sein könnte. Alles endet: das Ich, die Frisur, der Leib, die Familie, der Vorort, Amerika. Und all das *dauert*. Das Ende der Dauer dauert. Not with a bang but with a fucking whimper.
3/27/2011
The Sopranos, David Chase
Die Welt ist voller Lob für die Sopranos. Geradezu klischeehaft gut sollte diese Serie sein. Geradezu klischeehaft hat der Konsument sie gemieden. Wollte der Stimme des Volkes nicht trauen. Und das Unheimliche daran: die Welt hat recht. Die Sopranos sind die beste Fernsehserie, die es gibt bzw. die es zur Zeit ihrer Ausstrahlung gab. Es packt, es rührt, es widert an, es ist weitab von der Mehrheit der Fernsehproduktionen, inklusive Wetterbericht und breaking news. Die Produzenten und Darsteller haben Monster geschaffen, die zu finster sind, um wahr zu sein: Tony ist (und das hat der Konsument tatsächlich irgendwie erwartet, ach wie doof war er doch...) KEIN aufgebrühter Brando ohne Frucht im Mund, Tony ist das allumfassende Scheusal der Gegenwart, mit dem der bloßgelegte Fernsehzuschauer trotzdem Zeit verbringen möchte. Das "Wie kann er nur?" wechselt sich ab mit dem "Warum muss er das?" und die Antworten tun jeweils ein bisschen weh. Das Brutale ist weit mehr als die kurze Schaulust mit Goodfellas-Zitat, es ist in die Textur der Serie eingewoben: wie kann man so weitermachen, sowohl die da als auch wir hier? Wieso vertieft jede Staffel das Interesse und die Abscheu gleichermaßen?
Das ausgenudelte (Ah! Nudeln! Supersexy Hauptgerichte werden hier oft in Szene gesetzt... Carmela sollte ein Kochbuch schreiben) Motiv des organisierten Verbrechens residiert hier in ganzer Breite und Allgegenwart. Die alternativen Genealogien leben ja am Ende: an den losen Enden der zivilen Wirtschaft, an den Tresen und Kassen, den stetigen kleinen Materialflüssen von Abfall und anderen Finanzen. Fleischabfälle, Abfallfleisch. Diese Serie ist quasi die radikalste Darstellung von Wertekreisläufen überhaupt. Parasiten? Wie nennt man Parasiten, die ihre Wirte buchstäblich zermalmen können? Diese Mafia ist ein Maul, ein Kieferapparat. Das Gegenteil aller sitcoms - und das Motiv der Psychoindustrie, die Tony helfen kann und es teils auch tut, ist keinesfalls politisch-hämisch zu verstehen. Lebensfreude ist auch ein Wert. Der eine hat sie, der andere holt sie sich. Von wegen Ende der Nahrungskette und so. Da war der Bauchschuss durch den schwerverdauenden Alten sehr naheliegend. Mit dem Zahnverlust ist man heraus aus der Konsumentensippe.
Wie kann es schlechten Menschen schlecht gehen? Das ethische Dilemma ist bei den Sopranos weit mehr als nur pastorale Gutmenschromantik, es ist die falsche Frage. Sieht das die lobende Mehrheit auch so? Oder kommen die nicht weiter als zur (wahren) Feststellung dass alle Familien irgendwie beschädigt sind, die meisten aber (?) weniger kriminell? Toi, toi, toi. Die Sopranos sind allumfassend, mit Ethik und solchen Käuflichkeiten geben sie sich nicht ab.
Jede Folge ein Gedicht - Mad Men hat sich zurecht erfolgreich an diesem Standard orientiert (Matthew Weiner durfte hier ja üben). Beeindruckend ist die dramaturgische Konsequenz, die man (wie immer) besonders am Ende bemerken kann: der Zuschauer wird so allein gelassen wie jeder in einer Welt aus Gier und Gewalt. Kommt der Hieb, der Schnitt? Kam er schon? Hängen wir alle in der alten Lackiererei von der Decke, leise in eine Ölwanne blutend? Diese Serie hat die betörendsten Geräuschkulissen überhaupt wenn es um stumpfe Gewalt und präzises Sterben geht. Wo mag New Jersey aufhören? Bestimmt nicht in Manhattan. Das richtige Leben im falschen gibt es nirgendwo, vielleicht auch nicht das Gegenteil davon. Die Sopranos sind ganz großes Tennis, ihnen gehört der Platz... am Ende ist der Zuschauer der Korrumpierte, der Infizierte, der Angefixte. Augenzeuge und vielleicht auch Mitspieler.
Zerschmettern. Abschneiden. Smash. Cut. Alles andere ist nur Abspann.
3/26/2011
Shoot First, Jim Jones Revue
Auf die Magazingröße kommt es wirklich kaum an, wenn man denn auch wirklich zuerst schießen tät.
3/24/2011
The Los Angeles Diaries, James Brown
Der, nicht der. Den Menschen gibt es wirklich, große Teile seiner Familie nicht mehr. Diese Kurzgeschichten schildern ein furchtbares Leben zwischen Schreibmaschine und Ausnüchterungszelle. Was bleibt vor allem im Kopf? Die Zartheit. Brown ist keineswegs schnoddrig, vielmehr hat der ganze Beton der furchtbarsten Stadt der Welt seine Seiten eingeholt. Karg und karstig und beige liegt das Menschengebirge in seiner Vergangenheit herum. Henne und Ei: hat das beschädigte Leben in die Verzweiflung getrieben oder hat die Verzweiflung das Leben beschädigt? Staubig und sachte und frei von Knusprigkeit rumpelt Brown durch die lichtlose Hitze. Eine ganz und gar nicht aufbauende Lektüre.
3/18/2011
Grand Theft Auto IV, Rockstar Games
Nochmal das. Ja, nochmal. Niko Bellic wurde so vermisst! Also wurden die wenigen alternativen Handlungsstränge ausgetestet... mal mehr, mal weniger kleinkalibrige Lösungsansätze. Ein Produkt, welches Iggy Pop, Juliette Lewis und Karl Lagerfeld im fiktiven Radio vereint, verdient eine zweite und dritte Beachtung. GTA5 wird bald für Vorfreude sorgen. Die wären doch doof, wenn's das nie gäbe.
Heavy Rain, Quantic Dream
Regen, Regen, Regen. Das Schlimme vorweg: es ist zu kurz! Das Gute daran: die Zeit vor dem Ende ist verblüffend fesselnd. Noch etwas Gutes: das Ende ist vielgestaltig. Überhaupt faltet sich das Spiel oft neu, genau wie die Werke des Origami-Killers.
Aber Moment. Erstmal das Genre identifizieren: Noir ist es und mit der aufgefrischten Mechanik des adventures wird die finstere Stadt und die Hoffnungslosigkeit durchschritten. Drei Protagonisten arbeiten mit- und gegeneinander. Draußen im Unbekannten ist das tote Kind, zwingendstes aller Handlungsmotive.
Die Steuerung ist innovativ und unprätentiös und macht Sinn. Selten hat sich Rütteln und Schütteln so wenig Wii-mäßig angefühlt. Ein großer Schritt in Richtung interaktiver Film: beim Ringen mit dem Schergen selber hektisch werden. Messerstichen wird ruckartig ausgewichen (oder auch nicht) und dabei wird nie die kinematographische Perspektive aufgegeben. Sogar die Musik- und Geräuschkulisse passen immer. Dabei geht es gar nicht so sehr um Aktionswucht oder auch um den Pixelabgleich, den man bei den LucasArts-Klassikern beginnen musste. Hier gibt es keinen Cursor, keine Aktionsmitte, keinen zwingenden Fokus: die *Geschichte* führt voran. Enorm. Das alles in einer unverstellten Welt voller Details und klassischer Kameraeinstellungen. Könnte dies das Gegenteil des Prinzips "Egoshooter" sein?
Es ist schön, dass Spiele mehr und mehr Regisseure und Schauspieler brauchen und dass sie mit solcher Sorgfalt entstehen können. Goldene Zeiten. Ist Alan Wake ähnlich? Leider nur auf XBox zu haben... das könnte Quantic Dreams Chance sein.
Mehr, mehr, mehr.
Aber Moment. Erstmal das Genre identifizieren: Noir ist es und mit der aufgefrischten Mechanik des adventures wird die finstere Stadt und die Hoffnungslosigkeit durchschritten. Drei Protagonisten arbeiten mit- und gegeneinander. Draußen im Unbekannten ist das tote Kind, zwingendstes aller Handlungsmotive.
Die Steuerung ist innovativ und unprätentiös und macht Sinn. Selten hat sich Rütteln und Schütteln so wenig Wii-mäßig angefühlt. Ein großer Schritt in Richtung interaktiver Film: beim Ringen mit dem Schergen selber hektisch werden. Messerstichen wird ruckartig ausgewichen (oder auch nicht) und dabei wird nie die kinematographische Perspektive aufgegeben. Sogar die Musik- und Geräuschkulisse passen immer. Dabei geht es gar nicht so sehr um Aktionswucht oder auch um den Pixelabgleich, den man bei den LucasArts-Klassikern beginnen musste. Hier gibt es keinen Cursor, keine Aktionsmitte, keinen zwingenden Fokus: die *Geschichte* führt voran. Enorm. Das alles in einer unverstellten Welt voller Details und klassischer Kameraeinstellungen. Könnte dies das Gegenteil des Prinzips "Egoshooter" sein?
Es ist schön, dass Spiele mehr und mehr Regisseure und Schauspieler brauchen und dass sie mit solcher Sorgfalt entstehen können. Goldene Zeiten. Ist Alan Wake ähnlich? Leider nur auf XBox zu haben... das könnte Quantic Dreams Chance sein.
Mehr, mehr, mehr.
3/08/2011
Civilian, Wye Oak
Incognito, Ed Brubaker & Sean Phillips
Jener. Brubaker hat schon Cap gerettet und auch Daredevil - dies hier nun ist eine Eigenkreation. Und es wird schwarz, tiefschwarz: noir. Da ist ein Superverbrecher undercover im "Mutantenschutzprogramm" und hält sich mit Downern unter Kontrolle. Aber freilich nicht lange. Das ganze Superheldengebrumme erhält bei Incognito eine höhnische, hämische Neubearbeitung, aber es geht nicht in die Satire oder Groteske: Brubaker und Phillips schaffen tatsächlich eine erbarmungslose Welt, in der übermächtige Wesen selbstverständlich eigenmächtig vorgehen. Selbst das Raketenauto macht Sinn, denn Bonbonfarben gibt es hier freilich nirgendwo (das Spandex ist auch eher schlicht). Nicht ganz Watchmen (noch nicht - die Serie hat erst begonnen), aber wahrscheinlich eines der besten darauf fußenden Erzeugnisse.
Jawohl, Charlie Huston kommt in den Sinn. Noirige Regeln werden nicht gebrochen - es wird nur ausgetestet, wie weit man sie biegen kann.
Und bei dem Drecksbürojob will doch jeder gern den Kopier durchs Fenster schleudern.
Jawohl, Charlie Huston kommt in den Sinn. Noirige Regeln werden nicht gebrochen - es wird nur ausgetestet, wie weit man sie biegen kann.
Und bei dem Drecksbürojob will doch jeder gern den Kopier durchs Fenster schleudern.
The Ticking is the Bomb, Nick Flynn
Unter dem Eindruck dieser Medienmeldungen aus Abu Ghraib schreibt Flynn nun also über die Geburt seiner Tochter und wie sehr ihn das aus der Bahn läuft und dann doch erdet. Dabei springt er von Essay zu Schnipsel zu Szene: kein Thriller tut sich auf, eher ein Zeitbild als ein Bewegungsbild erläutern dem Leser die teilweise Unerträglichkeit des amerikanischen Seins. Er kommt auch immer wieder auf sich selbst als Sohn zurück, als Sohn der seinen alkoholkranken, senilen, inkontinenten Fluchtvater irgendwann wegsperren/versorgen muss. Dazu die Erinnerungen an die Mutter, einer jener egoistischen Selbstmorde eines fast von Anfang an verdorbenen Lebens.
Selten hat der Konsumgräber so etwas gelesen, noch weniger häufig so etwas erwartet. Das ist seltsam echt und es ist unheimlich, dass der strauchelnde Büchermarkt mit seinen Hypes und Nonchalantien so etwas herausbringen kann. Drücken will man den Nick Flynn, fest drücken. Dann eine (leere) Flasche Jack über den Kopf ziehen. Dann wieder aufheben und noch eine aufmachen.
3/03/2011
The King's Speech, Tom Hooper
Hier. Könige sind Gewinn(l)er. Der Hunger treibt's rein... selten war die Neugierde auf einen Oscar-Gewinner eine so starke Motivation für eine Kinokarte. Bereut wurde gar nichts, denn dieser Film ist unglaublich wasserdicht: hervorragende Darsteller bringen eine im richtigen Maße historische wie auch persönliche Geschichte in zwei Stunden über die Leinwand. Da kann man nichts gegen einwenden. Verblüffend. Es kann wahrscheinlich keinen Konsumenten geben, der diesen Film grässlich finden kann - im schlimmsten Fall belanglos, weil die Mitte des letzten Jahrhunderts so schlimm lange her ist.
Die Bilder sind treffend kühl: selbst in beheizten Räumen muss es schlimm gezogen haben. Das passt. Waren doch alle immer so eng krawattet. Tapeten blättern gern vor sich hin und überhaupt ist die Stofflichkeit bemerkenswert in den Bildern. Nicht schön, aber irdisch erscheinen die Teppiche, die Tische, das Porzellan. Seltsam, dass dies am ehesten im Gedächtnis bleibt. Achso, die große Symbolik gibt es freilich auch: fester Geist und feste Worte, zum König geboren oder zum König gemacht, reden wie ein König oder das Wort und die Stimme finden und so weiter. Ein schöner allgemeingültiger Humanismus, der sogar in den USA nicht unter Royalistendünkel verschwinden kann. Aber die wahre Hauptrolle spielen die Oberflächen, wirklich. Holzsplitter im Grammophonkasten. Das ist das analoge Bild, inhaltlich und strukturell. Ein expliziter und impliziter Kommentar auf den Moloch der Medienwirklichkeit.
Die Bilder sind treffend kühl: selbst in beheizten Räumen muss es schlimm gezogen haben. Das passt. Waren doch alle immer so eng krawattet. Tapeten blättern gern vor sich hin und überhaupt ist die Stofflichkeit bemerkenswert in den Bildern. Nicht schön, aber irdisch erscheinen die Teppiche, die Tische, das Porzellan. Seltsam, dass dies am ehesten im Gedächtnis bleibt. Achso, die große Symbolik gibt es freilich auch: fester Geist und feste Worte, zum König geboren oder zum König gemacht, reden wie ein König oder das Wort und die Stimme finden und so weiter. Ein schöner allgemeingültiger Humanismus, der sogar in den USA nicht unter Royalistendünkel verschwinden kann. Aber die wahre Hauptrolle spielen die Oberflächen, wirklich. Holzsplitter im Grammophonkasten. Das ist das analoge Bild, inhaltlich und strukturell. Ein expliziter und impliziter Kommentar auf den Moloch der Medienwirklichkeit.
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