11/17/2011

All-Star Superman, Grant Morrison & Frank Quitely

Hier. Echte Sterne sind nicht mehr auf der Erde. Die Ikonen schweben am Firmament und strahlen unbekümmert auf uns Sünder hinunter. In diesem definitiven Superman wird am Ende gestorben, denn viele Geschichten, wenn nicht die meisten, enden so. Aber Superman ist mehr als ein Charakter in einer Geschichte. Er ist halt nicht von hier und er kann der gelben Sonne wirklich noch etwas abgewinnen.

Was hatte der Konsument Furcht vor Konsum dieses Produkts: da sitzt ein Kal-El auf dem Cape herum und lächelt leise. Ah! Religion? Lebensweisheitsgeschwurbel?! So leicht lässt man sich verunsichern, wenn auf den Frontseiten keine martialisch angespannten Physiken zu sehen sind. Der Inhalt setzt das in entwaffnender Taktik fort, denn Morrison und Quitely haben die Ruhe weg. In fast schon kargen Bildern und Sequenzen stapeln sie tief und erreichen eben dadurch die epische Ikone namens Superman. Denn warum sollte der Held alles Heldentums das Gesicht verziehen? Er ist unnahbar und sucht trotzdem die Nähe zu den puny humans. Lex ist angestrengt. Der schwitzt, muss er ja auch. Herkules selbst tritt auf und verbockt es. Kal-El akzeptiert und macht.

Episch und herrlich und wenn man im Jahr nur eine sogenannte Graphic Novel liest, dann diese hier.


11/08/2011

The Reluctant Fundamentalist, Mohsin Hamid

Hier. Die Rahmenerzählung ist in der zweiten Person Singular gehalten, denn der vermeintliche Fundamentalist erzählt seine Erfahrungen als Nichtamerikaner im neoliberalen Getriebe einem westlichen (terrorisierten?!) Touristen.

Das Buch ist ein großer Erfolg, vor allem weil die Hammelherde der phantasielosen Schulmeister es gern in ihre Lehrpläne presst. TRF ist schön kurz und in den Oberstufenklassen muss man ja seit den Nullerjahren auch mit diesem Thema umgehen, das vermeintliche orientale Strategien gegen westliche Architekturen umweht. Ach, und da ist ja auch das böse Wort gleich im Titel. Wie praktisch! Der Name des Autoren kling auch fein fremd, so dass er ganz bequem und super PC als Autorität herhalten kann.

Das hat Hamid's Roman eigentlich nicht verdient. Kurzweilig ist er, aber die Symboliken sind schon arg bemüht: freilich ist sein love interest eine scheiternde verwestliche junge Dame, die an ihrer Vergangenheit erstickt ("Verdient hat sie es!" rufen die Lümmel aus der letzten Bank). Freilich ist alles ungerecht und von Rassismus durchzogen. Und die Jobs hier im goldenen Westen sind unmoralisch, unmoralisch, unmoralisch. TRF ist eine Globalisierungslektion mit der groben Kelle, darf aber nicht als einziges zum Thema im Regal stehen. Wenige Bücher sollten das, aber hier fällt es besonders auf. Ein schöner Kontrapunkt zu dem lustigen ausländischen Zersetzer in Palahniuk's Pygmy.

Am Ende ist der Tourist vielleicht doch kein Tourist. TRF ist aber kein Spannungsroman, so dass dies eher ein stimmiger Schlusspunkt als eine aufregende Enthüllung ist.

11/07/2011

Detachment, Michel Serres

Hier und vielleicht auch hier. Farmer, sailor, wanderer, friar. Serres ist Wasabi für's Überlegen. Da er seine Überlegungen literarisch darreicht, ohne esoterisch zu werden, können seine Konzepte nicht nur verstanden sondern auch erfühlt werden. Es bleibt einem ja auch kaum etwas anderes übrig. Skizzenhaft reihen sich die Schlagworte, die dann apfelmännchenmäßig ausgeführt werden.

Inhaltlich geht es um Raum und Rauminbesitznahme. Der Horizont der Ackerkrume schafft eine andere Außenwelt, eine andere (virtuelle?) Umwelt, als die des Ozeans oder des Versprengten oder des Gesetzten. Selbstverständlich sind Protagonisten Platzhalter für ganze Raumsysteme, die sich ihrerseits fortsetzen und Generationen ganz oder teilweise formen.

Serres ist vielleicht auch Kybernetiker. Aber statt den unseligen Roboter-/Cyborgbegriff immer wieder durch zu deklinieren ist seine Perspektive schon immer von parallelen und hybriden Prozessen durchzogen. Wahrnehmung, Materialität, und Prozessualität vermengen sich in einmaligen Entwürfen. Kaum jemand arbeitet so wunderbar gegen den Anthropozentrismus wie er, wahrscheinlich genau durch diese literarische Qualität seiner philosophischen (Algorithmen aufbrechenden?) Texte.

11/02/2011

Tortilla Flat, John Steinbeck

Es ist ein ungutes Gefühl, das sich nach der Klassikerlektüre einschleicht.

Der Humor ist da, aber ein moralisches Vakuum auch. Sind die Protagonisten nun ratlose Heckenpenner oder doch Verbrecher? Sie mögen einen parasitären Lebensstil verteidigen, aber wieviel davon ist Faulheit und Egoismus und wieviel ist Berechnung? Vielleicht rechnen die Herren ja gar nicht, zumindest nicht mit Standardzahlen. Kosten, Nutzen und Wertschöpfungsketten sind bei Dannys Spießgesellen (sagte man das damals so? Oder doch eher "Schelme"?) invertiert und scheinbar chaotisch.

Vielleicht sind das ja "slacker". Also das, was in den 1980ern und später so publik gemacht wurde. Es gibt wohl zu jeder Zeit eine zeitgeistige Form des Rabauken. Die Männlichkeit wird freilich auch implizit zur Schau gestellt, da Frauen die Gang nicht beeindrucken können. Nur der Tod des Oberhauptes kann sie schlussendlich zersprengen.

Ein Büchlein, das gärt.

10/30/2011

DMZ # 1-3, Brian Wood & Riccardo Burchielli

Hier und hier. Die ersten drei von bisher zehn Ausgaben. Und was wurde es immer gelobt. Tja. Da liegt das Problem.

DMZ funktioniert irgendwie nicht richtig. OK, es geht um einen zweiten Sezessionskrieg, der NYC in eine (teils de-) militarisierte Zone verwandelt hat. Der Held ist ein Journalist, das Auge der Öffentlichkeit. Es gibt keine SciFi-Fantasy-Elemente, nur die konkrete Betonrealität.

Vielleicht liegt es daran, dass die graphic novel (ja, so kann man das nennen und muss man auch) nicht wirklich mitreißt. Ein bisschen Splatter gibt es zumindest um den Ernst der Lage zu verdeutlichen. Aber die echten Kriegsbilder sind doch schon viel zu präsent, was braucht es da noch DMZ? Und nur weil es in New York spielt ist es gleich 9-11-relevant. Was sind wir alle beklommen und betroffen, herrje. Kommt, lasst uns das tote Pferd noch ein wenig treten.

Warum werden graphic novels immer so gelobt, und warum auch diese hier? Weil das Genre verhältnismäßig neu ist und natürlich anderen Erzählformen zuarbeiten kann. Graphic novels sind hip. Sie haben ja sogar schon die Campusse und Campussies erreicht, verflucht. Da muss so ein mehrbändiges Monster wie DMZ auch gelobt werden. Wo doch die Trolle und die Cybermonster fehlen. Aber die Spannung fehlt leider auch.

10/29/2011

Will Grayson, Will Grayson, John Green and David Levithan

Hier. Endlich einmal zielgruppenspezifische Jugendliteratur. Nach dem totalen Fiasko namens Hunger Games hier ein feiner schneller Roman über verwirrte Teenager im Flachland von Illinois. Es ist kein coming-out-Roman mit kathartischem CSU-Ende (Freitod, Heilung, Heiland), auch keinem versteckten - so einen unzynischen und äußerst komischen Text hat man hier lange nicht konsumiert. Ein feines Buch für Menschen ab dreizehn.

Die Doppelung des Namens und die gedoppelte Autorenschaft lassen entspannt und unakademisch über das Monstrum namens Identität nachdenken. Es wird auch nicht dauernd Holden Caulfield ins Feld geführt, damit er die Lage mit seiner mittlerweile recht ausgehöhlten Aura erhellt. Einigermaßen stimmige Porträts der beteiligten Eltern gibt es auch. Ein wenig verlegen macht die Figur des wuchtigen Tiny, der als rosa Elefant seine eigene Schwerkraft entwickelt und jegliche Fremdpartikel in die Aufführung seines Musicals (aha) zieht. Sei's drum.

The Marriage Plot, Jeffrey Eugenides

Hier und hier. Ausnahmsweise hier ein Beispiel von Text-Recycling. Ausmaß und Farbe ergaben sich ob des Ortes der Erstpublikation. Ändert nichts am Urteil des Konsumenten.

With The Virgin Suicides Eugenides reinvented the story of American adolescence with unrivaled grace and precision, leading readers into the labyrinths of suburbia and the clamor of youth. This was 1993 and Sofia Coppola could turn his debut into a sleek and tender feature film. With 2002's immersive Middlesex, Eugenides connected vast places and ages of Europe and the USA within the figure of the most likeable hermaphrodite in recent literary history. A Pulitzer Prize and a tenure at Princeton quickly consolidated Eugenides' position as a very, very significant American author.

And now, the third novel: in The Marriage Plot Madeleine, Leonard, and Mitchell are undergraduates in the 1980s trying to come to terms with the blank canvas that is the future. What can and should be done now that they escaped the teenage and its bonds? The weight of life-altering decisions plays its cruel game with each one of the three seekers, leading to many rash, clumsy, and very human undertakings. A classic love triangle unfolds as both young men fall in love with Madeleine. She is a prudent and delicate thinker who yearns to identify what leads towards marriages in general and what could grant her very own nuptial bliss. Madeleine seeks the way of aesthetics. As an avid reader she seeks guidance from Jane Austen, of all authors.

Leonard becomes her emotionally troubled lover and, eventually, her incubus. He falls apart shortly before graduation and begins to oscillate between mania and depression. The story reaches its bleakest and most gut-wrenching moments when he is hospitalized, tries to get up, and falls again, dragging his surroundings with him into the pitch black hole of his inconsolable temper. At some point he works at a biology lab and thus at the most basic definition of marriage and maybe of love: the merging and the division of cells. Leonard seeks the way of the intellect and utterly fails. He questions the connections among brains and hearts and finds no answer, just like Madeleine.

Mitchell and Madeline, by contrast, were never meant to be together, although he doubts this and seeks the way of the soul and the loving spirit. He considers divinity school and theology but embarks on an arduous journey to India in order to work with Mother Theresa. The love for Madeleine accompanies him as he is led towards the deeper questions of charity and benevolence. When they meet again, he might be the one who escapes the plot the least harmed.

All three characters shed light on different contexts of love: its force, its shape, its impetus. The novel alternates between past and present troubles of the lovers and ties a dense thicket of hope and chagrin around the phenomenon. None of the three ways grants absolution or orientation regarding the looming marriage plot but they intersect and contradict each other in an astounding manner instead.

Eugenides delivers this story in a remarkably smooth tone and in well-measured velocity. He populates the novel with striking secondary characters who deepen its theme while not explaining it away. The Marriage Plot ends gloriously on a bitter but satisfactory note. Once again, Eugenides avoids cold irony and sultry melodrama and delivers an elegant American novel about the outlandishness of matrimony as pact, haven, or vessel.

10/27/2011

Midnight in Paris, Woody Allen

Hier. Ach, wie fein: der geborene Zivilist Allen macht einem sogar die französische Hauptstadt geschmeidig - indem er zeigt, wie voll sie doch einst mit literarischen Amerikanern und dadurch besonders war. Zunächst jedenfalls. Eigentlich ist MIP ein Film über den räudigsten aller emotionalen Einläufe (weil's die Dinge ungeordnet hinausspült und dann hat man den Salat und einer muss es aufwischen): Nostalgie. Diese Mischung aus unnützer Wertzuweisung und haltloser Herabstufung der Gegenwart wird hier nicht im großen Kitsch ausgekostet sondern bedächtig gerahmt. Der Film ist kein dumpfes Märchen sondern entlarvt die übermäßige Wertschätzung der Vergangheit als eben solches, ohne sie aggressiv zerknüllen zu wollen.

Auf der einen Seite ist die Zurschaustellung von Hemingway und Stein und Picasso und Konsorten spannend, auf der anderen Seite wird man zur Reflektion gebracht warum das denn nun spannend ist. Nahrhaft und lecker ist dieser Vorgang. Wo gibt's denn noch sowas? Und außerdem scheint es dem feinen Herrn Wilson gut zu gehen, der seine Rolle hier ausgezeichnet ausfüllt. Fein.

Bad Teacher, Jake Kasdan

Hier. Beine. Was für Beine. Frau Diaz hat zwei und sie sind... Beine. Bis zum Boden. Als schnoddrige Lehrarbeiterin macht sie eine schnuckelige Figur und hangelt sich derbst durch den perfiden Schulalltag um dann doch nicht ihren bösen Plan verwirklichen zu können.

Einst waren Kinder ja tabu. Die durften nicht karikiert und malträtiert werden. In einer Welt der selbstsicheren Singles als Kinokunden kann das natürlich nicht so bleiben. Beim eher mittelmäßigen Tropic Thunder wurde zum Schluss ein garstiges asiatisches Kind sehr lustig ins Gebüsch gepfeffert. Da lacht man und schämt sich ein bisschen. Wie so oft bei zeitgenössischen Komödien fällt auch bei Bad Teacher der leicht ätzende Zynismus auf, der jedwedes reines Glück sabotiert. Judd Apatow, was hast du nur angerichtet? Jason Segel hat für ihn ja schon beim wirklich nicht schlechten Forgetting Sarah Marshall mitgemacht.

Diese... Beine. Es sind zwei. Bis zum Boden.

10/19/2011

The Beaver, Jodie Foster

Hier. Das ist erwartungsgemäß ein kluger Film über eine furchtbare Erkrankung inmitten des engsten aller Räume: der Familie. Das Erfreuliche vorweg: Mel Gibson ist großartig und fähig und kann wahrscheinlich auch einen hinkenden Toaster mit Wucht spielen.

Die Grundbedingungen für die Diagnose der Erkrankung beleuchtet der Film nicht. Er setzt aber auch nicht auf sonst übliche melodramatische Rahmungen - das macht ihn wertvoll. Es fällt schwer, dem Film etwas vorzuwerfen - vielleicht die implizierte Heilung durch Liebe des Sohnes? Vielleicht die Therapeutenrolle, die er gegenüber seiner Freundin erfolgreich einnimmt? (Das kann sehr übel enden, man bedenke nur den feinen herben Antichrist. Autsch.) Das könnte etwas gewollt wirken, als Zeichen einer betulichen modernistischen Heilungsideologie.

Der Biber ist ein geniales Totem, power tool und Wahrzeichen. So kann man die Bühne des Filmes und die Bühne des Familienlebens hervorragend spiegeln und die Erkrankung zunächst nur unterhaltsam und dann doch bedrückend schildern.

Was ist mit der Hand? Klar, sie musste ab. Lebensbedrohliche Umstände erfordern lebensbeeinflussende Sanktionen. Außerdem darf dem Zuschauer kein leichter Ausweg gegönnt werden. Von wegen: huch, Reue, neue Pillen, Katharsis hier, Heulkrampf da, und alles ist wieder gut für immer. Ha! Das wäre ja noch schöner. Auch das Ende macht The Beaver richtig und gut.

Green Lantern, Martin Campbell

Hier. Ach, schade. Green Lantern ist ein einziger Trailer für einen Film, der dann doch nicht kommt. Atemlos hetzt der Protagonist durch die grüne Hölle, äh, Kraftfeltwelt und mit ihm das Zuschauerauge. Alles schön und gut, aber die Sympathie für die Geschichte bleibt auf der Strecke. An Reynolds liegt das nicht, er ist wie gewohnt einer der fähigsten Hollywoodarbeiter und füllt seine Rolle als zweidimensionale Comicfigur standesgemäß aus. Die Geschichte drumherum ist aber seltsam überfrachtet und hektisch dargereicht.

Frustriert wünscht sich (zumindest) der Zuschauer mit gewissem Vorwissen eine weitere Vorstellung der Schurken oder des Green Lantern Corps oder der Ordnung des grünen Universums oder, oder, oder. Vieles wird angerissen und angedacht um dann in Krach und Bewegung unterzugehen.

Vielleicht liegt das an der Schwierigkeit, Luftkämpfe kinematographisch abzubilden. Das Auge braucht einen reduzierten Raum, mit drei Dimension kann man schlecht mithalten. Muss Top Gun das Maß aller Dinge sein? Oh, bitte nicht. Vielleicht schafft ja Green Lantern 2 was Green Lantern 1, der abendfüllende Trailer, verspricht.

Thor, Kenneth Branagh

Hier. Das ist einer der rundesten Filme, die in jüngster Vergangenheit gesehen wurden. Die Optik ist ausgezeichnet: der dumpfe fantasy-Kitsch der Comics wird zeitgemäß ge-scifi-t und bedarf keiner Erklärungen. Selten sah der Kosmos so fein aus, bunt und schnell und für jeden Spaß zu haben. Was Green Lantern übertreibt schafft Thor mit Leichtigkeit: er findet das richtige Maß an CGI. Immer wieder gibt es erdende Szenen mit präzisen Dialogen, die zwischen den Spektakeln Schauraum schaffen. Nicht zuviel, aber immerhin.

Alle Archetypen sind vorhanden und Branagh hat die Shakespeare-Mechaniken freilich gut genug drauf um sich nicht im Ton zu vergreifen. Er versucht nicht, mehr Inhalt hineinzupressen als nötig. Frau Portman ist freilich hinreißend und zum Glück wird sie in dem Drehbuch nicht zum MacGuffin degradiert. Thor ist keine Comic-VERfilmung; Thor ist ein Film, der Motive einer jahrzehntealten (und teils sehr seltsamen) Comicserie aufnimmt und zu einem vergnüglichen Kinoprodukt der 10er Jahre formt.

Wenn die Avengers in dieser Bild- bzw. Tonart steigen wäre das mehr als erfreulich.

10/16/2011

A Good School, Richard Yates

Hier. Dieser Kurzroman vom immer noch spannenden Richard Yates ist ein Schnapsglas voller Verbitterung, Gram, und Verdruss und kommt ganz ohne süßlichen Abgang aus. Die Doppelmoral des Bildungsbürgertums wird in derben Bildern freigelegt: die menschenverachtenden Routinen in einer noblen Schule auf dem Land fahren sich fest und reißen sich los. Auf dem Weg werden einige Menschen zerknüllt und dem Sturm überlassen.

Der Klappentext will den Roman als Zeitdokument verkaufen: da wird von Pearl Harbor gefaselt und dass dies ein Großereignis für die halbwüchsigen und erwachsenen Zivilisten im Roman sei. Doch letztlich ist der Krieg hier nur ein weiterer mörderischer Mahlstrom da draußen, ähnlich wie die Sinnlosigkeit der (letzlich immer erzwungenen) Ehe und die unerfüllte Sehnsucht nach Heilung und Abstand.

Schlussendlich geht die Institution Schule selbst zu Boden, doch nicht aus den Gründen, die man ihr wünscht (Brandanschlag, Häftlingsrevolte, Erdbeben). Yates ist ein zorniger, erbarmungsloser und wunderbarer Autor.