7/22/2009

Und Nietzsche weinte, Irvin D. Yalom

So ein Haufen Mist. Ein Ausflug auf die Rosi-Pilcher-Farm. Endlose Dialoge toter Charaktere. Die historischen Personen werden textuell rundgelutscht, damit sie hübsch ins Regal passen.

Gähn.

7/19/2009

A Thousand Years of Nonlinear History, Manuel de Landa

"Materialismus" ist ein hartes Schlagwort und hat eigentlich wenig mit Kaufrausch zu tun. Hier geht es auch weniger um die Akkumulation von Krempel, sondern um seine Produktion, Emission und den Krempelfluss im Allgemeinen und Speziellen. Geschichtsphilosophie also. Es gibt auch einen wiki zu dem Produkt.

Warum wird sowas im Konsumgraben erwähnt? Weil es unter anderen auch zur Unterhaltung beitrug.

Es geht um das zweite Jahrtausend. De Landa untersucht den Gang von drei Arten von Materie: geologische, ökonomische und linguistische. Ja, das nennt er alles Materie, obwohl man nur ersteres vielleicht direkt im Laden in Form von Kohlenbriketts oder Verlobungsringen kaufen kann. Also: alle drei Materialien wurden im letzten Jahrtausend gehörig durcheinander gewirbelt. Sie wurden an alle Enden des Globus getragen, verknüpften diese miteinander und ermöglichten die Schaffung neuer Abhängigkeiten und Zusammenhänge. De Landa betont dabei die vielschichtige Dynamik: er fängt bei der Energie der Sonne an und landet irgendwann beim Joghurt, aber er malt keinen einzigen schwarzen Pfeil zwischen beide. Sinnvollerweise setzt er um das Jahr 1700 einen kleinen Punkt: da waren die Systeme so vielschichtig verwurzelt, dass sie sich selbst erhalten konnten (obwohl diese Meinung eigentlich eher furchteinflössend ist).

Inhaltlich geht es (wie "nonlinear" schon impliziert) um die deleuzianische Perspektive, inklusive Emergenz, Werden statt Sein, Komplexität und Bifurkationen. A Thousand Years ist keineswegs düster grollend oder provokativ aber es entzieht jeglichem Anthropozentrismus oder sonstwelcher Romantik den Boden. De Landa schreibt sehr klar und verständlich und auch von Verlagsseite (Swerve) wurde durch das gute Layout eines der besseren geisteswissenschaftlichen Taschenbücher geschaffen. Hier ist es zu erstehen. De Landa ist kein Peter Lustig. Er erklärt nicht die Welt sondern argumentiert für eine bestimmte Sichtweise auf selbige. Sein Schlusswort ist, so wie es sein soll, am erhellendsten: einige Schlüsselbegriffe seiner Disziplin werden von De Landa einleuchtend kontextualisiert. Fragt sich nur, ob das so bleibt.

Friday the 13th, Marcus Nispel

Macheten sind wundervolle Werkzeuge. Verwunderlich nur, dass die von Jason offensichtlich auch an der Spitze scharf ist - bei einem bloßen Werkzeug wäre das nicht so. Voll gruselig!

Dieses Produkt ist eines von vielen nach vielen - die ganzen Slasher-Remakes bedienen sich an einem enormen Fundus solcherlei B-Movies der 80er und verpassen der Optik ein Update. Inhaltlich wird nicht viel verändert. In dem vorliegenden Beispiel wird die Handlung allerdings komprimiert. Sei's drum: Heranwachsende der Westlichen Zivilisationen nutzen erst Micky Mouse, dann Superman und schließlich Jason (und Freddy und Michael...) als Unterhaltungswerkzeuge. Warum? Weil sie es können. Die stumme Todesmaschine darf mit Tabus herumspielen, um deren Gewicht sich jeder vor dem Erwachsen-Sein einen Kopf machen sollte. Ach nee, streicht das, das klingt voll pädagogisch.

Wer sich mit den Schock-Mechanismen und dem Lo-Fi-Unterhaltungskosmos weiter beschäftigen will, der sollte unbedingt die Dämonentheorie von Herrn Jones lesen. Welch ein Brecher.

The Blair Witch Project, Daniel Myrick & Eduardo Sánchez

Und wieder sind es die jungen Menschen, die scheitern. Dummheit muss bestraft werden. Los, leidet - leidet für die Schwäche euresgleichen.

So soll es sein. Zwar ist das hier ein Produkt, dass damals durch gemeinen Pseudorealitätsanspruch beworben wurde, aber auch mit dem Wissen ob der Existenz von Regisseuren kann der Grusel aufkommen. Denn letzterer ist ja das, was im Köpfchen entsteht und durch beiläufige Bilder und Geräusche stimuliert wird.

Es sind diese kleinen Dinge am falschen Ort, die erst Verwunderung stiften und dann eine unheilvolle Narration erzwingen, die das ganze verknüpft. Zuerst die Ereignisse: Geräusche im Dunkeln, plötzliche Gesteinsformationen, Kinderrufe. Das Zuschauerhirn kann diese Dinge nur in Reihe schalten, indem es den zuvor arglos gestreuten Gerüchten um menschenmordende Waldbewohner Glauben schenkt. Horror macht den Zuschauer zum Opfer und ist deshalb eines der wahrheitsstiftenden Filmgenres wo gibt.

Freilich sind die verschleimten Nasenlöcher mittlerweile überall kopiert worden, aber sei es drum. Die Hexe von Blair darf in ihren Wäldern bleiben. Der Film hat die Art des Filmemachens in Hollywood nachhaltig beeinflusst.

Broken Angels, Richard K. Morgan

Die zerbrochenen Engel sind eigentlich fossile Marsianer. Huch, war das jetzt ein Spoiler? Nein!

Warum wurde dieses Produkt konsumiert? Weil der Vorgänger sehr unterhaltsam war. In Altered Carbon war der Detektivroman noch das ferne Vorbild, bei Broken Angels ein wenig Indy Jones, Rambo und Buck Rogers. Aber steht ihm gut, dem Roman.

Freilich ist die ferne Zukunft düster: Fleisch ist immer noch billig und austauschbar. Die Menschen hausen in Speicherchips am Rückgrat und bewohnen ihre ablebbaren Körper nur zeitweise. Solange die Chips existieren und aus den verkohlten Leichnamen gepult werden können, solange ereilt einen auch nicht der Echte Tod. Morgan macht einem klar, dass das Besiedeln anderer Sonnensystem eigentlich nur gelingen kann, wenn die widerliche Fleischfessel, die die so gloriöse menschliche Seele einkerkert, durchschnitten werden kann.

Beim Konsum schwand dann aber langsam die Geduld. Gegen Ende wird alles doch irgendwie Tom-Clancy-mäßig und eine öde Militärschau untergräbt die Erbarmungslosigkeit extraterrestrischer Kriege und strahlenverseuchter Temporärkörper. Das nächste Mal bitte auch mehr Raumfahrt und weniger seltsamen VR-Beischlaf im Wellness-Center.

Waren es nicht einst Knorkator, die sangen "Ich lass mich klonen..."? Recht haben sie. Wer nicht mitmacht, der muss sterben.

7/16/2009

Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens, H. R. Maturana & F. J. Varela

Eine empfehlenswerte griffige Abhandlung über das Leben, das Erkennen und das Unterstellen von ersterem. Hier zu kaufen.

Die Herren Wissenschaftler haben eine angenehm sachliche Schreibe. Einige schöne Bilder und Grafiken vereinfachen das Verständnis enorm (das tollste Bild ist der Affe, der einer Katze die Maus wegnimmt).

Vom Baum der Erkenntnis kann man fix in Begrifflichkeiten wie Ewige Wiederkehr, Rhizome und Konstruktionsprozess der Wirklichkeit springen - belassen wir es an dieser Stelle mit dem Terminus, der als Hauptgrund für den Konsum des Buches herhielt, nämlich dem der Autopoiese. Maturala und Varela machen klar, dass Organismen und sonstige Entitäten (vom Pantoffeltier bis zum Regenwald) in der Zeit existieren und ihre eigene Struktur solange erhalten, wie sie es können. Dabei nehmen sie die Welt nicht passiv wahr und sind ihre "Opfer", nein, sie nutzen ihre Sensorik, um einen für sie relevanten Realitätsausschnitt zu erzeugen. Erkennen ist eine Aktivität. Jeder Beobachter (also auch der Leser jener Zeilen) muss sich seiner Position bewusst sein: eine endliche, unabhängige und objektiv wahre Welt ist eine schöne Illusion. Zwischen sich selbst erhaltenden Entitäten können strukturelle Kopplungen entstehen, die darf man dann Symbiose nennen. Oder Ursprung komplexen Lebens.

Ein sehr lesbares, erhellendes Buch, das einmal eine große Runde macht: von der Geologie zur Genetik, von der Sprache zum Bewusstsein und (vor allem) wieder zurück.

7/15/2009

Der Ekel, Jean-Paul Sartre

Wer sich für den ganzen literaturwissenschaftlichen Kram interessiert, darf hier klicken und bekommt griffige Oberflächlichkeit mit anzweifelbarem Schlusswort.

Denn so verhält es sich ja mit grimmigen Klassikern, oder? Woran erkennt man eigentlich einen grimmigen Klassiker? Ganz einfach: dass er nie direkt verfilmt wird aber eben doch ein Hauptbestandteil aus dem mainstream nicht mehr wegzudenken ist. Beim Ekel wäre das die Verzweiflung.

Eigentlich sollte der Ekel Melancholie heißen. Warum die Umbenennung? Wahrscheinlich weil Ekel ein griffigeres Gefühl ist. Beim bösen M-Wort denkt man an seufzende Weiber auf Balkonen und impotente Männer vor dem Medizinschrank. Ekel ist da anders: hier ist ein Reiz, der durchs Gedärm geht, etwas, das ein Ereignis verursachen kann - das kann dann ekstatisches Erbrechen, Suizid und/oder Genozid sein (und somit eine Schau).

Und wie gestaltet sich der Konsum des Ekels (welch vokabulär interessanter Satz! Ursache und Effekt als Gegenstand einer Prozesslichkeit... exorbitanter Schwafelfaktor!)? Dünnflüssig und eher seicht. Da gibt es einen Protagonisten und der liest und schreibt den lieben langen Tag und er haust in einer bedeutungslosen Stadt, umgeben von bedeutungslosen Menschen. Sein Leben ist so uninteressant, dass einen der Hype um das Buch (seine "Klassiker"-Aura) weiter vorantreibt. Belohnung sind Sätze, die enorm schlicht und wahr erscheinen, dabei keineswegs die Erbauung des Leser beabsichtigen und wahrscheinlich nur zwischen zwei Weltkriegen geschrieben werden konnten. Historisch ist der Ekel nah an der angloamerikanischen Noir-Tradition und man könnte hier einige Bezüge herstellen. Einer gegen alle. Einer unter/über allen. Das All in dem Einem. Alles in einem.

Ein kleiner Tipp: Camus ist zwar auch Franzose, aber er kann etwas besser schreiben als der hauptberuflich als Philosoph tätige Sartre. Und wer meint, dass ein kleines Hobbyblog aus Germanien hier die Wucht, den Nachhall und das gegenwärtige Wiedererstarken des Existenzialismus umreißt, der hat sich noch nicht genug geekelt.

Matrix, Wachowski Bros.

Der erste Teil wurde diesmal nach Reloaded und Revolutions geschaut. Warum? Weil sich ein Verdacht bestätigen musste.

Dieser Verdacht ist nicht sehr originell und bestand darin, dass der Originalfilm viel mehr Strahlkraft hat als seine Fortsetzungen Reloaded und Revolutions. Das hat der Konsum sehr leicht bestätigt. Mit Wohlwollen erinnert sich der Gräber an die Zeit zurück, als das Produkt für das Kino beworben wurde und auch URLs dabei eine tragende Rolle spielten. Und als Morpheus dann den VR-Kram erläuterte wusste man, dass der mainstream einmal mehr ein bekanntes Motiv eskapistischer Unterhaltung erobert hat. Noch dazu kann jeder verlauste Lebenskunde-Schüler mit der ollen Matrix seine graupeligen Lehrer beglücken. Wir busten die blocks mit einem empiristischen Cerealien-Gericht und Zeitlupe.

Ein wichtiges Produkt, welches in vielerlei Hinsicht Folgeprodukte inspirierte. Titanic hat das nicht geschafft, oder?

The Haunting in Connecticut, Peter Cornwell

Ektoplasma?

Auf germanisch ganz stur "Das Haus der Dämonen" genannt. Gähn.

Es ist seltsam mit den Menschen: sie lachen nur, wenn sie in entsprechender Stimmung sind, wenn sie quasi die Beine spreizen und die Penetration durch die Rhetorik zulassen. Aber beim Erschrecken ist das nicht so: wenn ein "Buh!" richtig sitzt, zuckt auch der verkrampfteste Zuschauer noch zusammen. Gerade im Kino, wo sonst ja eh wenig Reize aufs Gehirn trommeln.

Cornwell versteht das wie auch die Trilliarden Gruselregisseure vor ihm: zeitgemäß setzt er Schatten und aufrüttelnde Akustik ein, um die finstere Geschichte zu erzählen. Wieder gilt es, eine Geschichte innerhalb der Rahmenhandlung zu entschlüsseln und das kathartische Finale darf wie immer erst eintreten, wenn Gegenwart und Vergangenheit gleichförmig aufgelöst werden.

Eines der klassischen Themen des Horrors ist die Familie und ihr etwaiges Ende. Es sind die schmerzhaften Risse in dieser kleinsten vom Staat weiterhin geheiligten sozialen Einheit, die in Gruselschinken wie The Haunting ihren Ausdruck finden. Am einleuchtendsten ist das kranke Kind, also die Investition in die Zukunft, die sich für die Eltern als (wahlweise körperlich oder auch seelisch) fehlerhaft erweist. Man denke nur an den Exorzisten mit dem verstörenden weil unhygienischen Töchterlein. Auch The Haunting nähert sich den bekannten, wenig hinterfragten Standards des Familienlebens nicht auf innovative Art und Weise. Der interne Druck wird aber verstärkt, da der kranke Matt, der Fokus der "bösen" Mächte, ein Teenager ist, der sich eigentlich eh gegen Mutter und Vater auflehnen sollte. Mehrfach wirft er dem jüngeren und auch noch blonden Bruder böse Blicke zu, denn dieser könnte die Rolle des Kronprinzen bald übernehmen. Leider fehlt dem Film die Zeit, um mit diesem Konflikt noch etwas mehr zu spielen.

Ein schöner Film, der sich des großen Themas Familie|Haus|Knotenpunkt auf klassische Art und Weise annähert. House of Leaves geht da freilich "tiefer", aber das ist ja auch ein Buch und eh viel cooler.

jPod, Douglas Coupland

Von wegen OneHitWonder. Coupland bezaubert erneut, indem er aus Autismus, Sportschuhen, virtuellen Schildkröten und Heroin einen süffigen Cocktail braut.

Für eine detaillierte Inhaltsangabe sei die entsprechende wiki-Seite empfohlen.

Warum gefällt das? Weil es schnell ist. Beim fixen Durchblättern fallen zunächst die typographischen Experimente auf und man fragt sich, ob Coupland mit übergroßen Lettern oder sonstwie gestalteten Textkonvoluten nur Seiten verbrauchen will, um auf ein verkaufsoptimierendes Taschenbuchformat zu kommen. Doch nein! Die kleinen Ausflüge ins Plakative sind mit Bedacht platziert und machen somit Sinn. Freilich kann sich ein dumpf-satter westlicher Konsumgräber keine chinesischen Schriftzeichen merken - es ist aber schön, sie an situativ angemessener Stelle vorzufinden.

Coupland baut einen kleine Ellis: wie letzterer im Lunar Park spielt ersterer mit sich selbst als Charakter in der Geschichte. Das macht er auf drollige Art und Weise: "Coupland? Oh I hate that hyped writer!"

Gut so. Mehr, danke.

7/09/2009

Ice Age 3, Carlos Saldanha

Lasst es uns noch einmal tun, für die Kinder. Nein. Natürlich für die Kohle! Stört das? Nö.

Kommen wir zum Kern der Geschichte: der Kern ist die Hülle, nämlich das Fell, das die Protagonisten an sich haben. Im Abspann werden mehr als zwei Dutzend "fur"-Verantwortliche genannt und das sieht man auch. Das Mammut ist anders bepelzt als der Säbelzahntiger und die Frisuren der am Ende drei Mammute (Mammuts? Mammuti?) versprechen allesamt eine unterschiedliche Haptik. Der Konsumgräber streckte im Kino die Hand aus. Mit offenem Mund wollte er die haarigen Flächen betasten. Die Häute der Dinosaurier sind stattdessen eher öde, weil kahl. Sterbt doch aus, ihr lahmen Flächen.

Bei South Park ist es ja so, dass da dauernd Winter ist (oder war), weil Weiß ein guter Hintergrund sein kann, da es so simpel zu konzipieren ist. Ice Age hat diese Farbe nicht mehr nötig. Zu recht begibt sich der Trupp also in die Unterwelt, um dort allerlei Gebüsch zu schütteln. Alles wackelt gleichzeitig.

Es wird auch mehr gespuckt und geschleimt als in den Teilen davor. Welchen pädagogischen Nutzen mag das haben? Teil 4 kommt bestimmt auch bald, voller Farn und Haar und Schleim, und alles besser als das reale Ding an sich.

7/07/2009

Bullets, Archive


Die Standardbeschallung des Monats kommt aus England. Stetige Begeisterung bringt sie mit sich, und sogar das Video ist schön. Das ganze Album heisst Controlling Crowds und ist auch mit einer netten Bonus-CD zu erstehen. Bleibt nur zu hoffen, dass da kein dicker Hype kommt und Archive in der Brandung versenkt werden.

7/05/2009

Winterbirth (Godless World), Brian Ruckley

Die erste Hälfte ist ein wenig schnarchig. Dann unterhält das dritte Viertel sehr, bevor im letzten dann alles auf Sequel geschaltet wird und die Spannung ob ihrer Unerlösbarkeit schwindet.

Winterbirth wurde konsumiert, weil Joe Abercrombie mit seinem Last Argument of Kings so einen guten Eindruck machte und die Werbung der Verlagshäuser den Konsumgräber anscheinend täuschte. Ruckley ist etwas behäbig und steuert sein magiearmes Fantasy-Theater eher in die staubige "Rad der Zeit" Ecke.

Klar ist das Genre-Literatur. Aber muss die denn so trocken sein? Abercrombie hat vorgemacht, wie der Fantasy-Schinken saftig und knusprig zugleich bleibt. Der nächste Ausflug geht wieder auf die SF-Schiene. William Gibson, irgendwer?

7/02/2009

Transformers: Revenge of the Fallen, Michael Bay


Immer wenn sich die Roboter kloppen, denkt man an die Lackschäden. Deshalb sitzen die Tritte, Würfe und Poltereien so gut. Und noch dazu wackelt die Kamera. Die Giganten toben über variable Oberflächen und transformieren munter umher. Die Bilder sind immer ein wenig zu schnell, so dass man sich den Kram durchaus auf DVD nochmal anschauen kann (vielleicht auch ohne Ton).

Das bringt einen dazu, sich die Konferenz bei Hasbro vorzustellen, auf der Anfang der 1980er (?) dieses Produkt erfunden wurde. "Roboter!" -"Fahrzeuge!" -"Nein, Roboter, du Sau!" -"Ach, Quatsch, Fahrzeuge!" -"Dann eben beides, verdammtnochmal!" Aber gab es nicht auch einen Transformer, der sich in eine Faustfeuerwaffe verwandeln konnte? Urig.

Die Überlänge ist in Ordnung. Wenn man einmal ganz Auge geworden ist, dann scheut man Abspann und Tageslicht umso mehr. Erhaben ist das, was Verstand und Vernunft im Ringkampf erstarren lässt. Das junge Menschenfleisch, dass die Mär zusammenhält, macht seine Sache gut, also vor allem flux Platz für Autobots und Decepticons. Toll auch der Humor: richtig knuddelig, dieses Produkt. Ein Fest von einem Happy Meal.

Was würde wohl entstehen, wenn ein manischer Regisseur wie Mr. Bay einen Film ohne Elektrik oder Kerosin machen würde?